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Dienstag, 26. März 2013

Salat auf der Fensterbank im Norden

In diesem Sommer habe ich weder einen eigenen Garten noch einen Balkon zur Verfügung, sondern nur ein paar sehr breite Fensterbänke. Das ist an sich kein Problem, würden die Fensterbänke nicht in nördliche Richtung zeigen und sich somit im Vollschatten befinden.

Zum Glück ist der Anbau von Gemüse und Kräutern ohne direktes Sonnenlicht ist keinesfalls unmöglich, erfordert aber einige Einschränkungen. Sonnenanbeter wie Chili, Tomate, Zucchini, Basilikum, Rosmarin oder Lavendel können an solchen Orten nicht erfolgreich kultiviert werden. Natürlich sterben sie nicht sofort, aber sie kümmern elend vor sich hin, sind krankheitsanfällig und bieten kaum Ertrag. Dafür können andere Pflanzen durchaus im lichten Schatten wachsen wie Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Pimpinelle, Liebstöckel, Beinwell, Salat, Mangold, Spinat oder Radieschen.

Ein weiteres Problem bei einer Wohnung mit Nordfenstern ist, dass die Pflanzen nicht in der Wohnung vorgezogen werden können. Die schlechten Lichtverhältnisse lassen die Pflanzen schießen, sie werden lang, schlaff und kraftlos und verenden schließlich. Man muss sich also mit der Direktsaat draußen auf der Fensterbank versuchen oder vorgezogene Pflänzchen auf dem Wochenmarkt oder im Gartencenter kaufen.

Weil ich allerdings bekanntlich zu der ungeduldigen Sorte Gärtnerinnen gehöre, trickse ich in diesem Jahr ein wenig. Das Wetter ist nämlich noch viel zu winterlich und kalt, um Salatpflanzen draußen keimen zu lassen. Und vorgezogene Pflanzen möchte ich aber auch nicht, denn ich habe noch viel Saatgut aus dem letzten Jahr.

Die Lösung bieten sehr kälteunempfindliche Salatsorten. Sie können in der Wohnung gesät werden und keimen, um anschließend nach draußen verfrachtet zu werden. Die geringen Temperaturen können ihnen nichts anhaben, vorausgesetzt, man gibt ihnen ein paar Tage Zeit, um sich langsam an die Kälte zu gewöhnen (etwa, indem man sie zuerst nur stundenweise rausstellt). Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich mich heute an's Werk gemacht und die ersten Samen gesät. Nun steht der erste Kasten am Fenster wo ihm der Vietnameische Koriander und eine keimende Zwiebel Gesellschaft leisten. Nun heißt es Daumendrücken, dass der Schnee rasch schmilzt und es milder wird, damit die kleinen Keimlinge in 1-2 Wochen draußen kräftig wachsen können!


Mittwoch, 16. November 2011

Schwarzkohl, Spitzkohl, roter Grünkohl

Das letzte Gemüsige, das in meinem Garten sogar im November noch eine super Figur macht, ist der Kohl. Mein absoluter Liebling ist Schwarzkohl. Er wird im späten Frühjahr ausgesät und bildet blauschwarze, majestätische Palmen. Dieses Aussehen velieh ihm auch den Namen "Palmkohl" in Deutschland. In Supermärkten ist er leider fast nie zu finden, dabei ist der "cavolo nero" ein Klassiker der italienischen Küche!
Auf dem Foto von meinem chaotischen herbstlichen Gemüsebeet kann man erkennen, wie groß der Palmkohl wird!
 Mein Spitzwirsing, dessen Köpfe überall im Garten wachsen, versorgte den Sommer über vor allem viele Schnecken, leider nicht mich. Zwei Köpfe blieben mir allerdings, die ich in weiser Voraussicht mit Schneckenringen geschützt hatte. Da Spitzwirsing Fröste nicht übersteht, muss er vor den ersten Nachtfrösten geerntet werden.
Besonders optisch ist roter Grünkohl eine Wucht. Er wächst bei mir überall im Garten und übersteht mit Vlies abgedeckt den ganzen Winter bei mir. So kann ich ihn von November bis in den März hinein ernten wenn ich will. Die rötliche Farbe von ihm verschwindet allerdings leider beim Kochen!

Sonntag, 21. August 2011

Gemüse im Staudenbeet


Da ich in meinem letzten Post schon von ungewöhnlichen Kombinationen in meinem Garten berichtet habe, kommt hier eine weitere Notiz von einer großartigen Kombination! Mein Spitzwirsing wächst nämlich in diesem Jahr am Rande eines ganz kleinen, halbschattigen Staudenbeeets zwischen Storchenschnabel und Frauenmantel. Salat- und Kohlpflanzen am Beetrand sind eine großartige Möglichkeit, das Gemüsebeet unauffällig auf den ganzen Garten auszuweiten, ohne ihm das Aussehen eines Ackers zu verleihen!

Freitag, 24. Juni 2011

Land- äh... Stadtwirtschaft in Detroit

Es ist verflixt und zugenäht: die Tage sind zu kurz und meine Blogzeit fehlt. Immer wenn ich in den Garten rennen will um Fotos zu machen, regnet es in Strömen oder es ist Nacht und der Garten liegt im Dunkeln. Daher müssen sich noch alle gedulden. Weil aber keiner wochenlang immer nur das Lied vom Blumenmann aus dem letzten Post hören soll, gibt es hier was Neues: eine großartige Dokumentation über urban farming in Detroit. Eine unglaubliche Sache und ein toller Link, auf den mich Anika aufmerksam gemacht hat. Vielen Dank!

Sonntag, 29. Mai 2011

Kartoffeln im Eimer anbauen


Wo ein kleiner alter Eimer hinpasst, da können auch Kartoffeln angebaut werden. Auf Balkonen, auf winzigen Hinterhöfen, in kleinen Ecken, auf Mauervorsprüngen und in Vorgärten. Als ich früher noch nichts als einen Balkon hatte, stand dort im Sommer immer ein Eimer in der Ecke, natürlich mit Kartoffeln. Interessant wäre bestimmt auch mal der Anbau in einem Treppenhaus, damit habe ich allerdings noch keine Erfahrung gemacht. Vielleicht hat ja jemand Lust, zu experimentieren und zu berichten?

Die Lichtverhältnisse sind meiner Erfahrung nach nicht so bedeutsam wie bei Tomaten, Chilis oder Bohnen. Auch unter schwierigen Bedingungen kann man gute Erfolge erzielen. Ein wenig Wasser muss vorhanden sein, das war's allerdings schon an Voraussetzungen.

Als erstes sollte man die Kartoffeln im März oder April vorkeimen lassen. Das ist nicht zwingend notwendig, sorgt aber für einen kleinen Vorsprung, wenn die Kartoffeln im April gesetzt werden. Damit die Keimung einsetzt sollte man sie an einen kühlen, hellen Ort legen. Ich nehme zum Beispiel immer meine Fensterbank.

Als Pflanzkartoffel kann man praktisch jede Kartoffel nehmen die unbehandelt ist. In Supermärkten werden sie manchmal mit keimhemmenden Mitteln behandelt, das ist für uns als Gärtner natürlich schlecht. Biokartoffeln- oder eben auch Pflanzkartoffeln (die allerdings unverhältnismäßig teuer sind) reichen vollkommen.

Hat die Kartoffel begonnen zu keimen, kann sie in den Eimer gesetzt werden. Natürlich muss der Boden des Eimers zuvor mit ein paar Löchern versehen worden sein - Staunässe lässt Kartoffeln sofort verfaulen! Man bedeckt den Boden des Eimers mit Erde und legt die Kartoffeln darauf. Sie sollten sich nicht berühren, es dürfen aber trotzdem gerne mehrere pro Eimer sein. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Keime nach oben zeigen. Anschließend bedeckt man die Knollen soweit mit Erde, dass sie nicht mehr hervorschauen.

Wer keine vorgekeimten Kartoffeln hat muss nicht verzagen, mit ungekeimten klappt das auch - es braucht eben nur ein bisschen länger.

Nach ein paar Tagen oder Wochen schauen die ersten Blätter der Kartoffeln aus der Erde. Dann muss die Kartoffel angehäufelt werden. Das ist ganz einfach und bedeutet lediglich, dass sie nun wieder vorsichtig mit Erde bedeckt wird, bis die Blätter nicht mehr zu sehen sind.


Sobald erneut Blätter hervorschauen häufelt man wieder an. Das sollte ungefähr 2-3 Mal geschehen. Dabei das Gießen auf keinen Fallvergessen!

Ist der Eimer schließlich voll mit Erde, darf die Kartoffel von nun an ungestört wachsen. Geerntet wird weit nach der Blüte, wenn die oberirdische Pflanze im Spätsommer zu verwelken beginnt. Wer mit seiner Anzucht zu spät dran ist, kann die Pflanze vor den ersten Frösten auch in ein Gewächshaus, Wintergarten, Treppenhaus o.ä. tragen. Ich habe letztes Jahr ganz verspätet meine Kartoffeln in einem der blauen Ikeasäcke angebaut, weshalb ich sie im November, kurz bevor sie verspätet reif wurden, in's Treppenhaus retten konnte.

Also, ihr Balkon- Hinterhof und Topfgärtner da draußen, Kartoffelanbau ist wirklich kinderleicht und erfordert nicht mehr Platz als ein Eimer!

Mittwoch, 25. Mai 2011

Zucchini- und Kürbisblüte


In diesem Jahr habe ich zwei Sorten Zucchini und einen sogenannten "blauschaligen" Kürbis vorgezogen. Die blaue Schale ist allerdings, den Fotos die ich von ihm finden konnte nach zu urteilen, eher taubengrau. Ist aber auch schnurz - denn er soll hervorragend schmecken und im Anbau robust sein.

Da mein Boden zu mager für die Vorlieben von Zucchini und Kürbis sind, habe ich sie, wie bereits im letzten Jahr, Ende April wagemutig in Kübel gepflanzt und in den Hinterhof gestellt.

Bislang gedeihen sie dort prächtig und erfreuen mich durch ihre riesengroßen, leuchtenden Blüten. Zum Teil kann ich sogar schon die Fruchtansätze erkennen. Ich hoffe das Wachstum wird weiter so problemlos laufen, im letzten Jahr hat sich mein Kürbis ja etwas seltsam benommen...

Wer übrigens zu viele Blüten an seinen Pflänzchen hat, der sollte sie unbedingt einmal essen. In Teig ausgebacken oder gefüllt sind sie eine Delikatesse!

Samstag, 14. Mai 2011

Die Erntezeit hat begonnen!


Eine der schönsten Sachen am Gärtnern ist für mich nach wie vor das Ernten meines Gemüses und Obstes. Ich höre einfach nicht auf zu Staunen, dass ich ernte. Auf gewisse Art finde ich es einfach abstrakt, mich in der Stadt teilweise selbst zu versorgen. Es fühlt sich fast so abstrakt an, als würden in meinem Garten Pullover, Bettdecken, Zahnbürsten oder Bücher wachsen: Dinge, die ich sonst kaufen muss, bekomme ich kostenlos, selbstgemacht. Ich habe eine Beziehung zu den Dingen, die dort wachsen, ich weiß, was es bedeutet, wieviele Voraussetzungen erfüllt sein müssen, bis etwas wächst - wie zum Beispiel meine Radieschen.

Inzwischen schauten sie richtig aus der Erde heraus, sie lagen da und riefen mir zu, dass sie geerntet werden können. Sie sind so prächtig gewachsen in diesem Jahr! Ein Teil habe ich heute geerntet und freue mich unfassbar an diesen bunten, fröhlichen, blanken Kugeln. Diese Farben! Diese Formen! Diese Aromen! Diese Sortenvielfalt!

Für den Rucola wurde es auch höchste Zeit, ihn zu ernten. So früh im Jahr war ich noch garnicht darauf gefasst. Ich muss mich wieder richtig umgewöhnen, bevor ich auf den Wochenmarkt oder den Supermarkt gehe, zu schauen, was im Garten auf mich wartet...

Samstag, 23. April 2011

Es geht rund im Gemüsebeet!


So früh im Jahr sah es wohl noch nie so gut aus in meinem Gemüsebeet. Leider wissen die Leser meines Blogs nichts davon, weil ich kaum zum Bloggen komme - das wird hiermit geändert.

Radieschen und Rucola habe ich ja schon vor einigen Wochen gesät - es ist ihnen großartig bekommen. Gerade dem Rucola kann man beim Wachsen förmlich zuschauen! Die Radieschen habe ich mit einem Saatband ausgesät - angeblich entfällt so das Vereinzeln. Ich habe allerdings den Eindruck, dass sie viel zu eng stehen, oder was meint ihr?

Kohlrabi und Salat habe ich vorgezogen und Anfang April ausgepflanzt. Sie fühlen sich auch pudelwohl, habe ich den Eindruck. Besonders erleichtert bin ich, dass bislang alles der Trockenheit trotzt und sich im Wachstum unbeirrbar zeigt. Meine Regentonne ist inzwischen fast leer, aber es widerstrebt mir so furchtbar, nun den Gartenschlauch am Wasserhahn anzuschließen und mit Leitungswasser zu gießen. Wie absurd wäre es, mein Biogemüse so zu pflegen?

Der Grünkohl und der Palmkohl in meinem Beet beginnen gerade zu blühen. Es sind wunderschöne, zartgelbe Blüten! Ich möchte gerne beginnen, mein eigenes Saatgut anzubauen. Da mir die Sortenreinheit meines Gemüses schnurz ist, sollte es problemlos funktionieren!

Meine Kürbis- und Zucchinipflanzen gedeihen prächtig, sie durften die warmen Tage draußen verbringen und scheinen sich an der Sonne sehr zu erfreuen. Meine Tomaten dagegen bleiben konstant hutzelig und kleiden sich in merkwürdig hellem, ungesunden Grün. Es ist zum Haare raufen, gerade wenn ich sie mit den Holgi sein Garten seine Tomaten vergleiche, die schon Ende März echte Giganten waren...

Meine Zuckerschoten habe ich nun vorgestern, wie im 2010 in letzter Minute, ausgesät. Das Rankgerüst habe ich aus Zweigen selbergebastelt. Es ist tatsächlich einfach nur zusammengsteckt und zusammengewoben ohne es irgendwie zu fixieren. Ich hoffe es hält auch sehr rankwütige Zuckerschoten aus!

Mittwoch, 6. April 2011

Von dicken Bohnen und ganz großem Hunger


Die dicken Bohnen in meinem Gemüsebeet machen mir große Freude. Fast kein anderes Gemüse setzt so früh im Jahr einen saftigen, grünen Akzent in die leere braune Erde, die das Gemüsebeet im April zeigt.

Normalerweise werden dicke Bohnen im Februar direkt in's Gemüsebeet gesät, was durch den Schnee die letzten beiden Jahre bei mir jedoch nicht möglich war. Zum Glück habe ich festgestellt, dass die Aussaat in der Wohnung problemlos ist, die Bohnen können sobald der Boden schneefrei und einigermaßen aufgetaut ist, in den Garten verpflanzt werden. So habe ich nun schon das zweite Jahr kräftige Bohnenpflanzen, denen man beim Wachsen förmlich zusehen kann.

Heute entdeckte ich allerdings, dass ich nicht die Einzige bin, die sich an den Bohnen erfreut. Fraßspuren zeigten mir, dass irgendein Gartenbewohner enormen Appetit auf frisches Gemüse hat. Er war schnell entdeckt: eine kleine süße Nacktschnecke genoss das frühlingshafte Schlaraffenland in meinem Gemüsebeet!

Da ich zügellosen Appetit auf frisches Gemüse, gerade zu dieser Jahreszeit, natürlich gut verstehen kann, zwinkerte ich ihr zu, wünschte ihr "guten Appetit!" und störte sie nicht weiter bei ihrem Festmahl.

Dienstag, 11. Januar 2011

Welches Gemüse kann in Töpfen gezogen werden?


Gerade in Städten haben viele Gärtner keinen ebenerdigen Garten, sondern der Garten befindet sich auf einer Fensterbank, dem Balkon oder der Dachterasse. Wer unter diesen Bedingungen Gemüse anbauen möchte, und noch nicht viel Erfahrung hat, steht ständig vor dem Problem, nicht genau zu wissen, was im Topf angebaut werden kann und was nicht.

Da ich ja am Anfang meiner Gartenleidenschaft auf einer Dachterasse gärtnerte, habe ich heute mal eine Liste zusammengestellt. Ich weiß ja, dass gerade alle Gärtner dabei sind ihren Anbau für die kommende Saison zu planen und das Saatgut zu bestellen.

In Balkonkästen wachsen:
  • sämtliche einjährige Kräuter
  • sämtliche mehrjährige Kräuter
  • sämtliche Salate
  • Cocktailtomaten (besonders hängende/rankende Sorten)
  • Buschbohnen
  • Radieschen
  • Möhren (allerdings nur die runden Sorten)
  • Chili
  • Rucola
  • sämtliche Getreidesorten
  • Erdbeeren
  • Knoblauch
  • kleinwüchsige Kohlrabi (keine Riesensorten wir "Superschmelz" usw.)
  • Gemüse welches speziell für kleine Gärten bzw. Balkone gezüchtet wurde

Wer genug Platz für richtig große Kübel hat, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Denn unter diesen Umständen lässt sich fast jedes Gemüse Kultivieren.

In großen Kübeln wachsen:
  • Zucchini (brauchen viel Platz zum Ranken, min. 0,6o qm)
  • Kürbis (ebenso)
  • Kartoffeln
  • Stangenbohnen
  • Buschbohnen
  • Gurke
  • Physalis
  • Chili
  • Paprika
  • Grünkohl
  • Aubergine
  • Mangold
  • Spinat
  • Rucola
  • sämtliche Getreidesorten
  • sämtliche Salate
  • Möhren
  • Radieschen
  • Erdbeeren
  • Kohlrabi
  • dicke Bohnen
  • sämtliche Kräuter
  • Süßkartoffeln
  • Erbsen /Zuckerschoten
  • Tomaten (sämtliche Sorten)
  • Weißkohl
  • Wirsing
  • Spitzkohl
  • Rotkohl
  • rote Bete
  • Topinambur

Inzwischen haben sich viele Saatguthersteller den Ansprüchen der wachsenden Gruppe der Stadtgärtner angepasst, und bieten spezielles Saatgut an. Ein Beispiel ist der Traditionshersteller Thompson&Morgan, der seit dem letzten Jahr die urban garden Collection anbietet.

Man sollte sich jedoch klar machen, dass diese speziellen Gemüsesorten meist nicht nur kleiner sind, sondern oft auch kleinere Erträge liefern oder kleinere Früchte tragen. Wer einen Riesenkürbis im Balkonkasten ziehen möchte, wird sein Vorhaben sicherlich nicht realisieren können, selbst mit speziellem Saatgut.

Die Gärtnerei Poetschke bietet spezielle Saatplatten für Balkonkästen und Töpfe an. Dort ist das Saatgut in ein feine Vliese verpackt, die nurnoch in einen Blumentopf gelegt werden müssen, fein mit Erde bedeckt und gegossen.
"Komplizierte" Vorgänge wie einzelne Aussaat oder Mischung der Samen entfällt. Für mich wäre das nichts, wer aber der Überzeugung ist, er hätte eine "schwarzen Daumen" und könne nichts zum Sprießen bringen, für den mag eine solche Saatplatte goldrichtig sein. Unbedingt beachten: es handelt sich bei diesen Platten nicht um biologisch angebautes Saatgut, wer kompromissloser Öko ist, sollte die Finger davon lassen.

Man darf auch bei dem Balkongemüseanbau die Standortvorlieben des Gemüses nicht außer Acht lassen: fast alle Gemüsesorten brauchen viel Sonne. Wer davon nicht viel hat, sollte auf Gemüsesorten ausweichen, die auch mit wenigen Sonnenstunden pro Tag auskommen: Mangold, Spinat oder Buschbohnen. Die wärmeliebenden Exoten wie Chili, Aubergine, Physalis oder auch Tomate könnten unter diesen Bedigungen einfach nicht wachsen. Chilis wären dafür bei einem sehr sonnigen, heißen Balkon, auf dem die Erde in den Töpfen schnell austrocknen kann, absolut geeignet.

Montag, 3. Januar 2011

Über Gemüseanbau in meinem Hinterhof


Ich werde manchmal gefragt, wie ich das schaffe, in meinem kleinen Hinterhof so vielfältig Gemüse zu kultivieren. Deshalb widme ich dem Thema nun einen eigenen Eintrag. Die Größe des Gartens bzw. des Gemüsebeetes muss nämlich kein Ausschlusskriterium für erfolgreichen Gemüseanbau sein. Eines sollte trotzdem gleich am Anfang gesagt werden: ein einzelnes Gartenmädchen kann sich mit einem kleinen Hinterhof-Gemüsebeet zum Teil versorgen, für eine Familie würde es dagegen sicherlich nicht reichen sondern wäre eher ergänzend.

Mein Gemüsebeet ist genauso winzig wie der kleine Hinterhofgarten. Der Garten misst ungefähr 100 qm, von denen ca. 40 qm gepflastert sind. Mein Gemüsebeet misst ca. 2m x 1,30m. Allerdings wächst links im Hintergrund des Gemüsebeetes eines Rose. Die war eher da als mein Beet, und deshalb durfte sie natürlich auch bleiben. Der Efeu der den Maschendrahtzaun dahinter berankt darf dagegen gerne gehen, weigert sich aber gegen meine halbherzigen Versuche ihn zu vertreiben.

In dieses kleine Beet versuche ich durch geschickte Fruchtfolge eine Menge Gemüse zu quetschen. Ich habe in meinem Garten immer viele verschiedene Salatsorten, außerdem Postelein, Feldsalat, Spinat, Rucola, Mangold, Wirsing, Spitzkohl, Grünkohl und Palmkohl. Ich habe oft 3 verschiedene Sorten Stangenbohnen, Ackerbohne - auch Puffbohne oder Saubohne genannt und 2 Sorten Zuckerschoten. Im letzten Sommer waren es drei verschiedene Tomatenpflanzen, diverse Chilis, Fenchel, Kohlrabi, Sellerie, rote Bete und Radieschen. Aus dem Gemüsebeet ausgelagert habe ich die 3 Sorten Zucchini und ebenfalls 3 unterschiedliche Kürbispflanzen, die in meinem Boden auch nicht zurechtkämen. Sie wachsen in großen Kübeln.
Natürlich habe ich von jeder Pflanzensorte nur ein- oder zwei Exemplare. Das bringt mir Freude beim Gärtnern und Abwechslung auf den Teller.

Der Mangold "bright lights" muss bei aus Platznot immer irgendwo zwischen den niedrigen Stauden wachsen und die Stangenbohnen haben ein eigenes Beet an der Terasse, dort sollen sie eines Tages mal Sichtschutz bieten. Die Kartoffeln wachsen in Ikeasäcken im gepflasterten Teil des Gartens - das hat auch den Vorteil, dass ich sie im Herbst in's Treppenhaus schleppen kann, wenn sie nicht rechtzeitig reif werden, da ich sie erst sehr spät setzte.

Ein paar Salatpflanzen zieren die Ränder der Staudenbeete und unter der Mirabelle stehen zwischen den Kübeln mit Hostas auch Kübel mit Mangold - was auch optisch ziemlich gelungen ist. Ich habe außerdem Rattenschwanzrettich und das viele Wildgemüse wie meine Brennesseln, den Giersch, Gundermann, Löwenzahn usw.

Man muss natürlich, wegen des beengten Raumes, besonders auf die Pflanzabstände und die Kombination der Pflanzen achten. Andererseits ist der jährliche Fruchtwechsel bei dem minimalen Anbau nicht von derart großer Bedeutung, als würde man auf einer Fläche von 4 qm nur Bohnen anbauen. Man sollte natürlich trotzdem darauf achten.

Ein wichtiges Thema bei so kleiner Fläche ist, sie dauerhaft nutzen zu können. Kein Fleckchen Beet liegt bei mir brach, während ein Salatkopf geerntet wird braucht sein Beetnachbar auch sofort diesen Platz. Sind die dicken Bohnen Anfang Juli abgeerntet, so werden direkt die Grünkohlpflanzen in das freie Beet gesetzt oder später Sellerie. Im Herbst wird in den freien Beeten Wintergemüse wie Spinat oder Wintersalate gesät. Postelein geht auch super. Die sind während der kalten Monate im Beet und können im Frühling geerntet werden. Mitte Mai ist das Beet dann wieder für das Sommergemüse bereit...

Eine geschickte Fruchtfolge sorgt also dafür, dass kein Fleckchen des Beetes leer ist. Natürlich passiert das für zwei, drei Wochen trotzdem mal. Dann nutze ich diese Zeit um zu Mulchen. Mein absoluter Mulchfavorit sind kleingeschnittene Brennesseln. Andere bevorzugen Rasenschnitt, Unkraut (das sollte natürlich frei von Samen sein), Stroh oder etwas ganz anderes - die Liste ist lang.

Die Bodenpflege und sanfte natürliche Düngung des Bodens sind bei solch einer starken Beanspruchung natürlich grundlegend. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass die kahle Erdscholle, die mein Gemüsebeet einst war, inzwischen ein lebendiges, fruchtbares Stück Erde ist. Gemüseanbau geht eben überall, noch auf dem kleinsten Fleck!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Merkwürdiger Kürbis


Ich habe im letzten Jahr leider keinen Kürbis im Garten gehabt und es sehr bedauert, denn ich liebe Kürbisse. Um das zu ändern bestellte ich mir im Februar Kürbissamen aus der Schweiz von einer grauschaligen Kürbissorte, die besonders delikates Fleisch haben soll. Ich habe sie im Frühling vorgezogen und mitte Mai liebevoll an eine recht sonnige Stelle gesetzt, in die ich zuvor ein eimergroßes Loch gegraben und mit Kompost aufgefüllt hatte - das Kürbisse einen enormen Nährstoffbedarf haben wusste ich. Alles lief zunächst normal, er wuchs gesund und kräftig und zeigt hin und wieder große, leuchtende Blüten. Seine rankenden Triebe konnte ich, wie geplant, am Zaun befestigen, er wirkte gesund und munter. Selbst Fruchtansätze waren hin und wieder auszumachen und ließen mich frohlocken, dass es bald einen dicken, runden Kürbis für mich gäbe.

Falsch gedacht. Nicht einen einzigen gab es. Es ist, als würde die Pflanze sich, so schnell wie möglich, jeder Frucht entledigen. Ich weiß nicht, was falsch gelaufen ist. Nährstoffmangel, trotz Fütterung duch Hornspäne und Bett im Kompost? Probleme bei der Bestäubung können es kaum sein, denn es gab ja Fruchtansätze. Vielleicht fühlte sich die Kürbispflanze, so wie die dazugehörige Gärtnerin, einfach noch nicht bereit sich fortzupflanzen? Fragen über Fragen. Nun ist es Herbst, der Kürbis scheint in Torschlusspanik zu verfallen: er blüht und blüht. Es ist zu spät für ihn, "der Zug ist abgefahren" wie man so sagt. Vielleicht weiß jemand, weshalb er mir eine Frucht verwehrte? Könnte der kalte, nasse Sommer daran Schuld sein?

Montag, 30. August 2010

Grünkohl


Nachdem ich vor einiger Zeit über die Aussat und das Pflanzen des Wintergemüses geschrieben habe, kommt hier das Update zum Thema Wintergemüse. Auf den Bildern sind die kleinen Grünkohlpflänzchen zu sehen, die nun in meinem Gemüsebeet wachsen dürfen. Weil ich Angst vor dem großen Hunger meiner Schnecken hatte, habe ich einen Teil der Jungpflanzen durch Schneckenringe geschützt. Überflüssigerweise, denn die Schnecken haben ihn komplett verschmäht und mögen meinen Salat viel lieber.

Freitag, 27. August 2010

Köstlicher Schönling


Ich bin ja jemand, der Lebensmittel oft einfach schön findet. Richtig schön eben. Ein leckeres Butterbrot oder eine rote Erdbeere, ein Teller mit Pasta, Pesto und Parmesan, ein Salat, Pfannkuchen mit Puderzucker - ganz ehrlich, das ist wunderschön. Spitzenreiter, die Optik betreffend, ist allerdings der Mangold "bright lights". Er sieht in meinem Garten hübsch aus, frisch geerntet auch und auf dem Teller präsentiert er sich auch immernoch als optischer Hochgenuss.

Ich finde ihn so schön, dass ein paar meiner Freunde diesen Sommer, anstatt der Blumensträusse, die ich sonst ständig verteile, essbare Sträusse bekommen haben. Ein bisschen Mangold, ein paar Kräuter, Kapuzinerkresse, Ringelblumen - fertig. Und meine Freunde haben was Hübsches, wo sie hin und wieder abbeißen können. Das klingt komisch, ist aber so.

Donnerstag, 26. August 2010

Zucchiniernte


Überall ist zur Zeit von der "Zucchinischwemme" in den Gärten zu lesen. Bei mir läuft das komplett anders. Jede Pflanze trägt genau eine Frucht. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht wissen meine Zucchini, dass ich einen Singlehaushalt führe und mehr nicht brauche. Andererseits bin ich ja auch groß im Einwecken und kiloweise Zucchini würden mir keine Schwierigkeiten bereiten. Wie dem auch sei: hier zu sehen ist die einzige Frucht meiner Rondini. Wochenlang verfolgte ich gespannt ihr Wachstum und nun habe ich sie zu Antipasti und Zucchinikonfitüre verarbeitet. Ach, wie schön ist die Erntezeit!

PS: Wer nun über die Größe meiner Zucchini entsetzt ist, im Vergleich zu der Gartenschere: dont't worry. Das ist eine dieser ganz kleinen Gartenscheren für Mädchenhände, die Zucchini sieht daneben nur so riesig aus.

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