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Dienstag, 11. Januar 2011

Welches Gemüse kann in Töpfen gezogen werden?


Gerade in Städten haben viele Gärtner keinen ebenerdigen Garten, sondern der Garten befindet sich auf einer Fensterbank, dem Balkon oder der Dachterasse. Wer unter diesen Bedingungen Gemüse anbauen möchte, und noch nicht viel Erfahrung hat, steht ständig vor dem Problem, nicht genau zu wissen, was im Topf angebaut werden kann und was nicht.

Da ich ja am Anfang meiner Gartenleidenschaft auf einer Dachterasse gärtnerte, habe ich heute mal eine Liste zusammengestellt. Ich weiß ja, dass gerade alle Gärtner dabei sind ihren Anbau für die kommende Saison zu planen und das Saatgut zu bestellen.

In Balkonkästen wachsen:
  • sämtliche einjährige Kräuter
  • sämtliche mehrjährige Kräuter
  • sämtliche Salate
  • Cocktailtomaten (besonders hängende/rankende Sorten)
  • Buschbohnen
  • Radieschen
  • Möhren (allerdings nur die runden Sorten)
  • Chili
  • Rucola
  • sämtliche Getreidesorten
  • Erdbeeren
  • Knoblauch
  • kleinwüchsige Kohlrabi (keine Riesensorten wir "Superschmelz" usw.)
  • Gemüse welches speziell für kleine Gärten bzw. Balkone gezüchtet wurde

Wer genug Platz für richtig große Kübel hat, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Denn unter diesen Umständen lässt sich fast jedes Gemüse Kultivieren.

In großen Kübeln wachsen:
  • Zucchini (brauchen viel Platz zum Ranken, min. 0,6o qm)
  • Kürbis (ebenso)
  • Kartoffeln
  • Stangenbohnen
  • Buschbohnen
  • Gurke
  • Physalis
  • Chili
  • Paprika
  • Grünkohl
  • Aubergine
  • Mangold
  • Spinat
  • Rucola
  • sämtliche Getreidesorten
  • sämtliche Salate
  • Möhren
  • Radieschen
  • Erdbeeren
  • Kohlrabi
  • dicke Bohnen
  • sämtliche Kräuter
  • Süßkartoffeln
  • Erbsen /Zuckerschoten
  • Tomaten (sämtliche Sorten)
  • Weißkohl
  • Wirsing
  • Spitzkohl
  • Rotkohl
  • rote Bete
  • Topinambur

Inzwischen haben sich viele Saatguthersteller den Ansprüchen der wachsenden Gruppe der Stadtgärtner angepasst, und bieten spezielles Saatgut an. Ein Beispiel ist der Traditionshersteller Thompson&Morgan, der seit dem letzten Jahr die urban garden Collection anbietet.

Man sollte sich jedoch klar machen, dass diese speziellen Gemüsesorten meist nicht nur kleiner sind, sondern oft auch kleinere Erträge liefern oder kleinere Früchte tragen. Wer einen Riesenkürbis im Balkonkasten ziehen möchte, wird sein Vorhaben sicherlich nicht realisieren können, selbst mit speziellem Saatgut.

Die Gärtnerei Poetschke bietet spezielle Saatplatten für Balkonkästen und Töpfe an. Dort ist das Saatgut in ein feine Vliese verpackt, die nurnoch in einen Blumentopf gelegt werden müssen, fein mit Erde bedeckt und gegossen.
"Komplizierte" Vorgänge wie einzelne Aussaat oder Mischung der Samen entfällt. Für mich wäre das nichts, wer aber der Überzeugung ist, er hätte eine "schwarzen Daumen" und könne nichts zum Sprießen bringen, für den mag eine solche Saatplatte goldrichtig sein. Unbedingt beachten: es handelt sich bei diesen Platten nicht um biologisch angebautes Saatgut, wer kompromissloser Öko ist, sollte die Finger davon lassen.

Man darf auch bei dem Balkongemüseanbau die Standortvorlieben des Gemüses nicht außer Acht lassen: fast alle Gemüsesorten brauchen viel Sonne. Wer davon nicht viel hat, sollte auf Gemüsesorten ausweichen, die auch mit wenigen Sonnenstunden pro Tag auskommen: Mangold, Spinat oder Buschbohnen. Die wärmeliebenden Exoten wie Chili, Aubergine, Physalis oder auch Tomate könnten unter diesen Bedigungen einfach nicht wachsen. Chilis wären dafür bei einem sehr sonnigen, heißen Balkon, auf dem die Erde in den Töpfen schnell austrocknen kann, absolut geeignet.

Freitag, 2. April 2010

Die Spießbürgerlichkeit hat mich!


...das kommt also davon, wenn man zu lange der Stadt den Rücken kehrt. Zu viel Landluft macht irgendwie spießig. Zumindest mich. Und das Resultat: ich habe Stiefmütterchen gekauft. Stiefmütterchen! Diese Pflanze, die Inbegriff von Spießbürgerlichkeit und pflichtbewußter Gartendekoration ist. Diese schreienden Zuchtpflanze, die seelen- und wahllos in jedes Töpfchen und Schälchen gedrückt wird, wo sie unbeachtet den Frühling fristen muss, bis sie schließlich, unter einem Seufzer der Erleichterung, verschlissen und verblüht, entsorgt wird. Und kaum kehre ich meinem Stadtgarten den Rücken, zuckt meine Hand in der Gärtnerei. Ausgerechnet vor den Stiefmütterchen! Aber, das kann ich zu meiner Verteidigung sagen, es sind ganz besondere, wirklich hübsche. Wunderbare, dezente, gefüllte Blüten. In tiefem lila. Ja - in lila. Ich weiß. Das macht es nicht besser. Es ist die Farbe der Esoteriker, der alten Jungfern, der sexuell Frustrierten, der Langweiler und grauen Mäuschen. Sogar "die Zeit" hat in der Ausgabe zum Jahreswechsel 2009/2010 geschrieben: die Farbe lila - weg damit!

Mir ist das aber schnurz. Gut, dann ist die Farbe lila eben tot. Und ich verkünde: es lebe die Farbe lila! Und es leben die Stiefmütterchen! Und sie leben dreimal hoch! Denn mein Garten ist voll davon. Lavendel, Rittersporn, Salvien, Ysop, Schnittlauch, Zierlauch, Helmbohne, Astern, der Sommerflieder - ohne die Farbe lila wäre mein Stadtgarten grün. Und Lila hat eine riesengroße Anziehungskraft auf Hummeln, Schmetterlinge, Bienen und Gartenmädchen wie mich.

Aber ich habe ja auch nicht nur Stiefmütterchen gekauft, sondern auch Leinkraut, eine Hortensie und gefüllte, hellblaue Primeln.Und einen Bärlauch. Und das werde ich alles, bis auf den Bärlauch und die Hortensie- zurück im Stadtgarten, in Töpfchen und Schälchen drücken, und dort sollen sie den Frühling fristen. Bis ich sie irgendwann verblüht, mit einem Seufzer der Erleichterung, entsorge. Ja, ich finde das gerade wirklich schön. Wirklich, richtig, ernsthaft schön.

Zum Ausgleich kann ich ja einfach den Löwenzahn dieses Jahr in allen Beeten stehen lassen. Damit es wild und anarchistisch bleibt, bei mir in der Stadt. Und der Girsch unter der Tanne gleicht ja auch einiges aus.

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