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Sonntag, 7. Oktober 2012

Erntezeit für faule Gärtner

Faule Gartenmädchen wie ich vertrödeln manchmal die ganze Anbausaison weil sie nichts tun, außer sich das Grünzeug in allerlei Großstädten anzusehen - und dabei kaum ein Gemüspflänzchen selber anbauen.

Das kann halt passieren, es gibt ja bekanntlich ein Leben außerhalb der Gartenpforte, das ist auch gut so. Wenn es jedoch herbstelt brennt des Gärtners Herz, denn kein Oktober ist ohne Ernte vollkommen (und sei sie noch so klein und symbolisch).
Leere im Gemüsebeet ist zum Glück kein Grund, den Kopf in die sorgsam gepflegte Gartenerde zu stecken, es wächst genug, überall! Wie ich im Frühling bereits berichtete, gibt's zahlreiche Stellen, an denen wildes Obst wächst und spezielle Websites, auf denen solche Fundorte eingetragen werden können.

Wenn ich mich gerade in ostseenähe herumtreibe finde ich immer an den Ufern des Nord- Ostsee Kanals fruchttragende Büsche und Bäume in Massen. Der Holunder reift allerorts und auch der Topinambur - beides kann bedenkenlos geerntet werden. Die Hauptsaison der Brombeeren ist leider schon vorbei, vereinzelt hängen sie aber auch noch überall. Fleißige sammeln dazu noch Hagebutten oder Vogelbeeren - nein, die sind wirklich nicht giftig, vorausgesetzt man verarbeitet sie zu Marmelade oder sowas.
Mein ganz besonderer Liebling ist alljährlich der Sanddorn. Er findet sich auf sandigen Böden und wird häufig in Hecken gepflanzt. Erkennbar ist er an seinem silbrigen, schmalen Blättern. Die Ernte ist zugegeben mühsam, da die kleinen Beeren sofort zerplatzen, versucht man sie einzeln vom Strauch zu zupfen. Und schon dieses Gezupfe ist eine Herausforderung, denn die Beeren wachsen direkt am Stamm zwischen den Dornen, die dem Sanddorn zu seinem Namen verhalfen. Hier gibt es verschiedene Erntemethoden, von denen die schonenste ist, mit einer kleinen Gartenschere die Beeren einzeln vom Strauch zu schneiden. Das kostet viel Zeit und Mühe, sorgt aber dafür, dass die paar Gläser Sanddornkonfitüre oder Sanddornschnaps zum wertvollsten Besitz für das kommende Jahr werden!
Wer sich aus Unkenntnis nicht traut Wildfrüchte zu ernten, den macht das reizende Sträucherquiz fit für seine Ernte. Ein paarmal das Quiz spielen, danach die Gartenschere in die Tasche stecken - und ab in's Grüne, es ist Erntezeit!

...zum Schluss noch eine kleine Randbemerkung: Mauerblumen ist nun auch auf facebook vertreten und versorgt da alle Stadtgartenmädchen un -jungs mit Neuigkeiten rund um Mauern und Blumen!

Donnerstag, 19. April 2012

Mundraub: Bärlauch im Plänterwald


In Berlin hat es sich längst rumgesprochen: Der Plänterwald ist im März und April der Ort, an dem ein sanftes Knoblaucharoma durch die Bäume weht. Der nichtwissende, idyllsuchende Spaziergänger reibt sich erstaunt die Nase - und vermutlich auch die Augen-  in Anbetracht der Menschen, die vereinzelt im Unterholz kauern und kleine, grüne Hälmchen abschneiden und in Platiktüten und Tupperdosen verfrachten.

Der Plänterwald verfügt über riesengroße Bärlauchfelder! Dass diese nicht sofort erkennbar sind, liegt an der Bärlauchsorte. Während die Blätter des im Handel erhältliche Bärlauchs gefährlicherweise Maiglöckchenblättern ähneln, laufen die Blätter im Plänterwald spitz zu: es handelt sich um den sogenannten "Sibirischen Bärlauch". Eine wilde, aromatische und geschmacklich weniger stechende Sorte. Sie lässt sich hervorragend verarbeiten. Bei mir gab's daher massenhaft Pesto, Bärlauchgnocchi, Bärlauchöl und einige Bund habe ich vorausschauend gehackt und eingefroren.
Wer sich zutraut Bärlauch zielsicher zu erkennen und nicht mit anderen Pflanzen, die giftig sein könnten, zu verwechseln, sollte schnell in den Plänterwald. Wer das nicht kann sollte es auch, denn zur Zeit blüht der Bärlauch wunderschön - das ist so oder so einen Spaziergang wert!
Für alle Mundräuber, die gerne ihre Umgebung durchstreifen und ernten, was für alle da ist: Die Seite Mundraub verzeichnet Orte, an denen man fündig werden kann. Dort können User Entdeckungen wie Apfel- und Kirschbäume, die zum Beispiel am Straßenrand stehen, eintragen. Das bedeutet reiche Ernte, selbst für Leute, die keinen Platz für den eigenen Anbau haben!

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