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Montag, 16. April 2012

Zack zack!

"Jetzt aber flott!" dachten sich die Balkonsaaten der drei Berliner Mädels, bei denen ich vor kurzem auf dem Balkon gärtnern durfte. Kaum kamen die ersten Sonnenstrahlen, kaum sangen die Vögel auf den Bäumen an der Straße lauter als sonst, kaum kletterte die Temperatur über die 15 ° Marke, keimten sie wie verrückt.

Und das ist auch gut so, denn ich habe das Gefühl, dass Berlin in diesem Jahr ewig braucht um grün zu werden. Man sieht es an den Bäumen auf der Straße - frühlingshaft ist etwas anderes...
Zum Glück gibt es das Gemüse auf dem Nordbalkon. Und das zeigt deutlich, dass es Frühling wird. Zack! waren Spinat und Radieschen da, zack! folgte der Salat, den ich gegen Nachfröste vorerst im Badezimmer der Mädels untergebracht hatte. Nicht etwa aus ästhetischen Gründen, sondern weil es der hellste Raum der Wohnung ist. Zudem schätzen Jungflanzen das feuchte Badezimmerklima - wer ein sonniges Bad hat: Chilis, Tomaten oder junge Kräuter werden dieses Plätzchen lieben!
Es ließ sich schnell erkennen, dass das Saatgut zu dicht gesät war. Das ist aber durchaus normal und beabsichtigt: Da selten jedes Körnlein keimt, sollte man auf Nummer sicher gehen und großzügig aussäen. Dem manchmal anschließenden Gedränge der Keimlinge muss durch das Vereinzeln entgegengewirkt werden.

Vereinzeln funktioniert einfach: Alle schwächelnden Pflänzchen werden vorsichtig ausgezupft, um ihren großen, kräftigen Geschwistern Platz zu machen. Entsorgen muss man trotzdem nix, denn die meisten Keimlinge schmecken super in Salaten oder auf Broten - in der Vergangenheit habe ich schon einmal darüber berichtet. Also gab es am Abend einen würzigen Salat aus Radieschen- und Pflücksalatsprossen. Absolut empfehlenswert!

Dienstag, 20. März 2012

Das erste Balkongemüse

Der März neigt sich dem Ende, überall grünt und blüht und sprießt es wie verrückt. Liebe Balkongärtner - nix wie raus auf den Balkon und die Frühlingsgefühle genießen!

Geht man jedoch enthusiastisch und voll Vorfreude auf den Balkon und es wollen sich partout keine Frühlingsgefühle einstellen, ist das kein Anlass zur Sorge, nein, das ist völlig normal. Denn in jedem Winter wird es aus dem Lieblingsplätzchen des Sommers eine Art Rumpelkammer, ein trostloser grauer Ort an dem Leergut, Gerümpel, alte Weihnachtsbäume und traurige Pflanzenleichen lagern. Kein Grund zu verzagen, so ein Balkon kann ganz fix hergerichtet sein. Das habe ich drei hinreissenden Mädels in Berlin bewiesen: in knapp einer Stunde wurde aus ihrem tristen Winterbalkon ein super Ort zum Kaffee trinken, schnacken, lesen, ausruhen, träumen - und natürlich gärtnern.
Da der Balkon im letzten Sommer schon bepflanzt war, waren zum Glück noch Erde und Töpfe vorhanden. Im musste nur ein bisschen Saatgut und ein paar Stauden besorgen. Wichtig für alle, die nun einen Balkon herrichten wollen ist, dass es für die meisten einjährigen Blumen noch zu früh ist! Die kommenden Nachtfröste kosten Geranien, Basilikum oder Koriander schnell das Leben. Besser man pflanzt jetzt erst die mehrjährige Kräuter wie Thymian, Oregano oder Schnittlauch. Wer es bunt haben möchte kann auch Narzissen, Veilchen oder Stiefmütterchen pflanzen, sie lassen sich in ihrer Blühfreude auch von kalten Temperaturen nicht irritieren. Überlebende Balkonstauden aus dem letzten Jahr können zurückgeschnitten werden damit sie ungehindert austreiben.
Auch Pflanzen, die für ihren Topf zu groß geworden sind, können nun umgetopft werden. Das gilt meist auch für gekaufte Kräuter, an deren Wurzeln man sehen kann, dass sie viel mehr Platz bräuchten. Gibt man ihnen einen größeren Kübel, werden sie es mit großer Wüchsigkeit danken!
Nach nur einer Stunde war aus dem Berliner Winterbalkon ein frühlingshafter Ort geworden. Die Bepflanzung ist bewusst nicht sehr bunt, weil die Mädels lieber Gemüse und Kräuter auf dem Balkon haben wollten als bunte Zierpflanzen. So entstand die Mischung aus Kräutern, optisch zurückhaltenden Veilchen und Gemüse. In den großen verzinkten Balkonkästen habe ich frühen Spinat, das Radieschen "Eiszapfen", Pflücksalat und Kopfsalat gesät. Sie kommen mit dem halbschattigen Standort relativ gut klar und sind auch im Topf gut zu kultivieren. Der Vorteil bei diesem früh angebauten Gemüse ist außerdem, dass es zum Teil schon Mitte Mai geerntet werden kann und die Kästen dann frei sind für robuste Buschbohnen oder Wildtomaten, die ebenfalls auf halbschattigen Standorten wie diesem überleben können.

Sonntag, 29. Mai 2011

Kartoffeln im Eimer anbauen


Wo ein kleiner alter Eimer hinpasst, da können auch Kartoffeln angebaut werden. Auf Balkonen, auf winzigen Hinterhöfen, in kleinen Ecken, auf Mauervorsprüngen und in Vorgärten. Als ich früher noch nichts als einen Balkon hatte, stand dort im Sommer immer ein Eimer in der Ecke, natürlich mit Kartoffeln. Interessant wäre bestimmt auch mal der Anbau in einem Treppenhaus, damit habe ich allerdings noch keine Erfahrung gemacht. Vielleicht hat ja jemand Lust, zu experimentieren und zu berichten?

Die Lichtverhältnisse sind meiner Erfahrung nach nicht so bedeutsam wie bei Tomaten, Chilis oder Bohnen. Auch unter schwierigen Bedingungen kann man gute Erfolge erzielen. Ein wenig Wasser muss vorhanden sein, das war's allerdings schon an Voraussetzungen.

Als erstes sollte man die Kartoffeln im März oder April vorkeimen lassen. Das ist nicht zwingend notwendig, sorgt aber für einen kleinen Vorsprung, wenn die Kartoffeln im April gesetzt werden. Damit die Keimung einsetzt sollte man sie an einen kühlen, hellen Ort legen. Ich nehme zum Beispiel immer meine Fensterbank.

Als Pflanzkartoffel kann man praktisch jede Kartoffel nehmen die unbehandelt ist. In Supermärkten werden sie manchmal mit keimhemmenden Mitteln behandelt, das ist für uns als Gärtner natürlich schlecht. Biokartoffeln- oder eben auch Pflanzkartoffeln (die allerdings unverhältnismäßig teuer sind) reichen vollkommen.

Hat die Kartoffel begonnen zu keimen, kann sie in den Eimer gesetzt werden. Natürlich muss der Boden des Eimers zuvor mit ein paar Löchern versehen worden sein - Staunässe lässt Kartoffeln sofort verfaulen! Man bedeckt den Boden des Eimers mit Erde und legt die Kartoffeln darauf. Sie sollten sich nicht berühren, es dürfen aber trotzdem gerne mehrere pro Eimer sein. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Keime nach oben zeigen. Anschließend bedeckt man die Knollen soweit mit Erde, dass sie nicht mehr hervorschauen.

Wer keine vorgekeimten Kartoffeln hat muss nicht verzagen, mit ungekeimten klappt das auch - es braucht eben nur ein bisschen länger.

Nach ein paar Tagen oder Wochen schauen die ersten Blätter der Kartoffeln aus der Erde. Dann muss die Kartoffel angehäufelt werden. Das ist ganz einfach und bedeutet lediglich, dass sie nun wieder vorsichtig mit Erde bedeckt wird, bis die Blätter nicht mehr zu sehen sind.


Sobald erneut Blätter hervorschauen häufelt man wieder an. Das sollte ungefähr 2-3 Mal geschehen. Dabei das Gießen auf keinen Fallvergessen!

Ist der Eimer schließlich voll mit Erde, darf die Kartoffel von nun an ungestört wachsen. Geerntet wird weit nach der Blüte, wenn die oberirdische Pflanze im Spätsommer zu verwelken beginnt. Wer mit seiner Anzucht zu spät dran ist, kann die Pflanze vor den ersten Frösten auch in ein Gewächshaus, Wintergarten, Treppenhaus o.ä. tragen. Ich habe letztes Jahr ganz verspätet meine Kartoffeln in einem der blauen Ikeasäcke angebaut, weshalb ich sie im November, kurz bevor sie verspätet reif wurden, in's Treppenhaus retten konnte.

Also, ihr Balkon- Hinterhof und Topfgärtner da draußen, Kartoffelanbau ist wirklich kinderleicht und erfordert nicht mehr Platz als ein Eimer!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Erde kaufen


Ich hatte früher nur einen Balkon und zuvor eine Dachterasse zum Gärtnern. Deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, dass wichtige Themen, wie der Kauf von Erde, kaum Beachtung finden . Das ist schade für alle, die ausschließlich in Töpfen und Kübeln gärtnern und ihre Erde kaufen müssen.

Eine der Schwierigkeiten dabei ist, den Ansprüchen biologischem Gärtnerns gerechte Erde zu finden. Torffreie Blumen- und Gemüseerde ist inzwischen zwar fast überall erhältlich - torffreie Aussaaterde dagegen eine echte Seltenheit. Nachdem ich mal im März die ganze Stadt danach abgegeklappert habe und ein Baumarktmitarbeiter mir am Ende ernsthaft erklären wollte, dass es generell keine torffreie Blumenerde gäbe, hatte ich die Schnauze voll und bemühte Google. Ich wurde rasch fündig: die Firma Neudorff hat eine torffreie Anzuchterde mit dem Namen NeudoHum auf den Markt gebracht - ich habe sehr gute Erfahrungen mit ihr gemacht.

Aber wie kommt die Erde nahhause? Glücklich sind Balkongärtner, die ein Auto und einen Baumarkt oder Gartencenter in der Nähe haben. Ich habe keins von beiden. Deshalb können mich die Menschen hin und wieder sehen, wie ich schwitzend, mit verdreckten Klamotten und vor Anstrengung rotem Gesicht, 2 Säcke mit 40 l Erde durch die Stadt schleife und in den Bus nachhause hiefe. Das ist anstrengend, aber machbar. Nur was ist mit Menschen, die, etwa aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr in der Lage sind zu solchen Kraftakten? Oder die sicht schlichtweg solche Auftritte ersparen wollen? Und was ist, wenn die gewünschte Erde in der Umgebung nicht verfügbar ist? Inzwischen gibt es zum Glück viele Onlineshops, bei denen man Erde bestellen kann. Das geht fix und sie wird bequem nachhause geschickt.

Ein Beispiel ist die Pflanzotheke, die sich bei mir durch wirklich schnellen und günstigen Versand bewährt hat. Ein weiterer Onlineshop ist auch noch Gartenversand-Omega.

Ratsam ist es außerdem, Blumenerde auf dem Balkon mit anderen Substraten zu vermischen. Damit gemeint ist zum Beispiel Perlite oder Seramis. Das hat einen doppelten Effekt: die Erde im Blumentopf kann besser Feuchtigkeit speichern und die Blumentöpfe sind nicht so schwer. Seramis bzw. Blähton gibt es fast in jedem Drogerie- oder Supermarkt, da Zimmerpflanzen, die in Hydrokultur wachsen, darin eingepflanzt werden. Perlite gibt es in Baumärkten, aber auch in diversen Onlineshops.

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