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Mittwoch, 17. August 2011

Bohne und Rose


Bohne und Rose sind eine großartige Kombination! Nein, ich meine das ausnahmsweise nicht kulinarisch - wobei ein talentierter Koch da bestimmt auch etwas kreieren könnte (ja, du darfst dich angesprochen fühlen!)- sondern im Garten. Genauer: am Gartenzaun.

Stadtgärtner werden das Problem kennen, dass sie in ihren Gärten keinerlei unbeobachtetes oder abgeschirmtes Plätzchen haben. Auch wenn Zaunbegrünung gegen Blicke aus dem 5 Stockwerk eher symbolisch hilft, sorgt sie dafür, dass man sich am Sitzplatz irgendwie wohler fühlt. So sind wir Menschen, wir mögen unsere kuscheligen Ecken!

Als ist meinen Garten anlegte fand ich, am Boden liegend vor dem Zaun, eine kleine Wildrose die tapfer zu überleben versuchte. Inzwischen ist sie ein meterhohes, stattliches und zufriedenes Gewächs und begrünt den Maschendrahtzaun so gut sie kann.

In diesem Jahr hat sie dabei auch noch einen Helfer: eine weiße Prunkbohne, auch Feuerbohne genannt. Für Gärtner mit wenig Platz im Garten sind Zäune der perfekte Ort für Bohnen! Nun ragen die ersten Schoten aus meiner Zaunbegrünung - ein herrlicher, ungewohnt Anblick, an den ich mich Jahr für Jahr gewöhnen könnte!

Freitag, 14. Januar 2011

Sah ein Knab' ein Steckling Röslein steh'n


Es sah einst ein Knab' ein altes Gebäude, an dem eine wunderschöne Rose rankte. Leider wurde die Existenz dieser wundervolle Rose durch Bauarbeiten bedroht und so pflückte er unter Einsatz unversehrter Hautpartien an der Hand ein paar Zweige der Rose und brachte sie mir, mit der Idee, ich könne daraus doch bestimmt Stecklinge ziehen.

Er infomierte mich sogar per Link, dank google, über verschiedene Möglichkeiten Rosenstecklinge zu ziehen. Eine komplizierte Welt bot sich mir dar, voll von äußerst speziellen Boden- und Wettervoraussetzungen, Pflanzglocken aus Glas und dem perfekten Zeitpunkt im Jahr. Das stimmte bei mir natürlich alles hinten und vorne nicht, in meinem Chaosgarten ist alles anders, ich konnte außerdem auch nicht auf den richtigen Zeitpunkt warten und eine Pflanzglocke aus Glas habe ich nicht.

Was also tun? Ich habe schon meine Duftgeranie per Steckling vermehrt und ausgegeizte Tomatentriebe wieder eingepflanzt - aber so eine Rose ist doch irgendwie weitaus respekteinflößender. Da der Herbst in Kürze Einzug halten würde brachte ich es auch nicht über mich, die kleinen, wurzellosen Zweige dem Garten zu übergeben. Sie kamen in ein Glas mit Wasser und ich überlegte, was ich tun könne.

Während ich überlegte verstrichen viele Tage, die Rosenzweige verwelkten in der Vase. Bis auf einen Zweig, der noch völlig frisch wirkte. Ich beschloss, dass dies ein Zeichen wäre: er war der Auserwählte. Ich schnitt ihn behutsam zurecht, füllte einen Topf mit Erde, stellte ihn in einen Übertopf und goss ihn so gründlich, dass die Erde richtig feucht war. In dieses nasse Erdbett steckte ich nun den Fuß des Zweiges und wartete und wartete. Hin und wieder goss ich die Erde, so dass sie immer richtig feucht war und nicht austrocknen konnte.

Und plötzlich - siehe da - reckte sich die kleine Rose und streckte neue, frische, saftig grüne Triebspitzen aus. Was für ein Ereignis. Ich habe eine Rose per Steckling vermehrt! Ich bin so erstaunt darüber, ich könnte es der ganzen Welt verkünden. Ich, die bei der Vermehrung durch Stecklinge bei Rosmarin, Olive und Zitrone stets scheiterte, habe eine Rose per Steckling vermehrt!

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