Freitag, 14. Januar 2011

Sah ein Knab' ein Steckling Röslein steh'n


Es sah einst ein Knab' ein altes Gebäude, an dem eine wunderschöne Rose rankte. Leider wurde die Existenz dieser wundervolle Rose durch Bauarbeiten bedroht und so pflückte er unter Einsatz unversehrter Hautpartien an der Hand ein paar Zweige der Rose und brachte sie mir, mit der Idee, ich könne daraus doch bestimmt Stecklinge ziehen.

Er infomierte mich sogar per Link, dank google, über verschiedene Möglichkeiten Rosenstecklinge zu ziehen. Eine komplizierte Welt bot sich mir dar, voll von äußerst speziellen Boden- und Wettervoraussetzungen, Pflanzglocken aus Glas und dem perfekten Zeitpunkt im Jahr. Das stimmte bei mir natürlich alles hinten und vorne nicht, in meinem Chaosgarten ist alles anders, ich konnte außerdem auch nicht auf den richtigen Zeitpunkt warten und eine Pflanzglocke aus Glas habe ich nicht.

Was also tun? Ich habe schon meine Duftgeranie per Steckling vermehrt und ausgegeizte Tomatentriebe wieder eingepflanzt - aber so eine Rose ist doch irgendwie weitaus respekteinflößender. Da der Herbst in Kürze Einzug halten würde brachte ich es auch nicht über mich, die kleinen, wurzellosen Zweige dem Garten zu übergeben. Sie kamen in ein Glas mit Wasser und ich überlegte, was ich tun könne.

Während ich überlegte verstrichen viele Tage, die Rosenzweige verwelkten in der Vase. Bis auf einen Zweig, der noch völlig frisch wirkte. Ich beschloss, dass dies ein Zeichen wäre: er war der Auserwählte. Ich schnitt ihn behutsam zurecht, füllte einen Topf mit Erde, stellte ihn in einen Übertopf und goss ihn so gründlich, dass die Erde richtig feucht war. In dieses nasse Erdbett steckte ich nun den Fuß des Zweiges und wartete und wartete. Hin und wieder goss ich die Erde, so dass sie immer richtig feucht war und nicht austrocknen konnte.

Und plötzlich - siehe da - reckte sich die kleine Rose und streckte neue, frische, saftig grüne Triebspitzen aus. Was für ein Ereignis. Ich habe eine Rose per Steckling vermehrt! Ich bin so erstaunt darüber, ich könnte es der ganzen Welt verkünden. Ich, die bei der Vermehrung durch Stecklinge bei Rosmarin, Olive und Zitrone stets scheiterte, habe eine Rose per Steckling vermehrt!

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch!

    An Rosen hab ich mich noch nie getraut, aber im Juni/August will ich mich mal daran machen.
    Wollte nach dieser Anleitung vorgehen http://www.baroga.ch/?p=2739
    Mal abwarten.

    Rosmarin und Lavendel Stecklinge gehen ganz leicht. Einfach im Herbst oder Frühjahr (ich mach es immer im Herbst) Stecklinge so weit es irgendwie geht in Garten in den feuchten Boden stecken (ich mach es immer ohne Pflanzloch, meine Mutter Bleistift-Pflanzloch).
    Bei Lavendel rupf ich immer reletiv viel Blätter ab und Kürte die Blätter der Spitze. Bei Rosmarin hab ich immer wenig abgemacht und einfach in den Boden gesteckt.

    Sicherlich gibt es Ausfälle, aber ein Paar gehen immer an :)

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  2. Wie toll! Gratuliere! Genauso ging es mir, als alle mir sagten, dass ich unmöglich im Sommer Rosen umpflanzen könne. Da drei arme Exemplare aber an einer schrecklichen Stelle ohne Sonne und mit sehr wenig Platz standen, habe ich sie einfach mitten im Juli ausgegraben und an einen sonnigen schönen Platz gepflanzt. Und siehe da - allen dreien geht es blendend. Lass uns mal schön weiter so aus dem Bauch heraus gärtnern. Das scheint doch gut zu funktionieren. Lieben Gruß aus der Roesnerei

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  3. Gratuliere! Mir ist es bis jetzt ein einziges Mal gelungen eine Zitruspflanze per Steckling zu vermehren, allerdings ist sie mir dann vertrocknet und ich hatte erst nichts davon.

    lg kathrin

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  4. Da stelle ich mich doch auch in die Reihe der Gratulanten :-) Suuuper. Gespannt dürfen wir nun auf die erste Blüte warten.
    Hab einen guten Tag und sei herzlich gegrüsst
    Ida

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  5. Fast vermute ich, je mehr Mühe man sich mit ihnen gibt, um so schwieriger ist es. Am Besten gedeihen bei uns ungewollte Rosen-Stecklinge, die ich im Herbst beiläufig als Dekozweige mit Hagebutten in die Erde stecke. Manchmal blühten sie dann sogar schon im folgenden Sommer ...
    Wie war das mit den dümmsten Bauern und den Kartoffeln ;-)
    LG Silke

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