Mittwoch, 5. Januar 2011

Kresse - Gärtnern im Januar


Ich habe ja bereits vor einigen Wochen von meinen Strategien zur Überwinterung gesprochen und möchte heute von einer weiteren berichten.

Denn nun ist Januar. Ich habe, trotz der Erkenntnis, dass weniger meist mehr ist, zu viel Glühwein mit Rum getrunken, Mandeln in irgendwelchen gebrannten oder schokoladigen Hüllen in mich gestopft, Lebkuchen gefuttert und bin von einer Scheinzypresse zu einer pummeligen Nordmanntanne geworden. Höchste Zeit für etwas Gartenarbeit. Dummerweise ist Januar - ich brauche also eine Alternative. Doch was erfüllt die Kriterien, die ein Gartenmädchen wie ich an ein Gewächs im Winter stellt? Es muss gesät werden, keimen, wachsen, geerntet werden können und - natürlich!- am Ende essbar sein. Denn ich bin ausgehungert. Nicht generell, sondern ich bin ausgehungert nach Frischem, nach Selbstgezogenen.

Es gibt dazu ein wunderbares Sprichtwort: "in der Not frisst der Teufel Fliegen." Ich ergänze: "und Gartenmädchen Kresse..."

Also so schnell wie möglich den alten Kresseigel rauskramen! Keinen zur Hand? Macht nix, ich habe nämlich auch keinen. Ich nehme einen flachen Teller oder einen Topfuntersetzer, lege eine dünne Schicht Watte oder Papier hinein, setze das ganze unter Wasser und säe darauf die Kresse.

Die Keimung und das rasante Wachstum erfolgen in nur wenigen Tagen. Dann kann sie bereits geerntet werden und sorgt für selbstgeerntete, selbstgezogene Kräuterwürze in Salaten, auf Broten, Suppen, in Kräuterquarks und vielem mehr. Deshalb ist Kresse so großartig. Sie ist ein Highlight, geeignet selbst für den ungeschicktesten, ungeduldigsten Gärtner, der über nichts als ein klitzekleies Zimmer mit einer Fensterbank verfügt.

Und, nicht zu vergessen - Kresse bringen eine fast vergessene Farbe in meine Wohnung: Grün!
Grün ist vielleicht nicht ohne Grund die Farbe der Hoffnung. Ich persönlich vermute sogar, dass der kluge Kopf, der die Hoffnung der Farbe Grün zuordnete, auch Gärtner war, der seine Sehnsucht den Winter über mir Kresse stillte.

Kommentare:

  1. Liebes Gartenmädchen,

    das ist eine hübsche Hommage an ein kleines, wohlschmeckendes, verkanntes Kraut!

    Seine Bekanntschaft kann jeder machen und ich finde es viel appetitlicher, dies selbst zu veranstalten, als sich eine Box zu kaufen, in der schon viele herumgefingert haben.

    LG, Brigitte

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  2. Gut, dass du mich daran erinnerst, ich muss auch dringend wieder Sprossen ziehen. Ausser Kresse ist auxh z B. Rucola ganz lecker oder Radieschen und und und....
    Ich wünsche Dir ein gutes , gesundes und zufriedenes Jahr 2011, liebe Grüße, Monika

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