Sonntag, 3. April 2011

Was tut man gegen englischen Rasen?


Egal welche Gartenzeitschrift ich zur Zeit aufschlage - das ganz große Thema sind aktuell nicht nur Frühlingsblumen, sondern auch der sogenannte "englische Rasen": ein dunkelgrüner, dichter Rasen, frei von Begleitwuchs wie Blüten, Kräutern und Gräsern. Es scheint irgendwo tatsächlich Gärtner zu geben, die einen Rasen im Garten haben wollen, der aussieht wie Kunstrasen, ökologisch nutzlos ist und Massen an Unkrautbekämpfungsmitteln und Pflege braucht.

Doch wenn man sowas absolut nicht will, sondern einen fröhlichen, von Kräutern, Klee, Gänseblümchen, Schafgarbe und vielem mehr gespickten Rasen will, was kann man dafür tun? Oder, um es deutlich zu formulieren: Was tut man gegen englischen Rasen?

Eine derartig monokulturelle Rasenfläche stellt sich leider schnell ein, ist der Rasen gerade neu gesät. Im letzten Jahr keimte bei mir zwar die Rasensaat, die beigemischten Wildkräuter sowie die Kleesaat und vieles andere, wurde durch den gnadenlosen Wuchs des Rasens aber schließlich unterdrückt. Ich versuche jedoch auch die kleinen, erfolgreichen Kämpfer zu sehen: der Löwenzahn zum Beispiel, der sich stellenweise sein Plätzchen erkämpft hat. Ebenso der spitzblättrige Ampfer - von dem ewartete ich allerdings auch nichts anderes. Ansonsten bot sich im letzten Sommer genau das, was ich nicht wollte: ein monokultureller Rasen.

Im Frühling belebe ich die monochrome Fläche durch viele Blumen: Krokusse, Schneeglöckchen, meine spärlich wachsenden Winterlinge, Muscari und kleine Narzissen. Wie man an den letzten Einträgen von mir gesehen hat, klappt das auch mehr oder minder.

Einen großen Schritt voran ging es auch vor ein paar Tagen, beim Jäten des Gemüsebeetes. Ich entdeckte zwei wundervolle Stauden im Schutze der muckeligen Wintermulchschicht: Gänseblümchen! Welch ein Glück! Und so grub ich sie sorgfältig aus und pflanzte sie in meine kleine Rasenfläche. Nun sind dort also nicht nur der Ampfer oder Löwenzahn, sondern auch zwei rührend tapfere Gänseblümchen.


Kommentare:

  1. Bei unserem Rasen klappt das ganz von allein, obwohl er gedüngt wird. Nicht düngen ist aber ein gutes Mittel, das Unkraut zu fördern, dann sind die Gräser geschwächt.
    Gänseblümchen finde ich super im Rasen, allerdings sind sie in der Unterzahl gegenüber dem Hornkraut, Pfennigkraut und dem Springschaumkraut.
    An einer Stelle hat sich doch tatsächlich Feldsalat im Rasen breitgemacht! Vielleicht solltest du es mal damit probieren. ;-)
    VG
    Elke

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  2. englischer Rasen ist mir auch ein Gräuel!!

    unser Gartenland ist sehr sandig und trocken, dennoch leben dort viele Regenwürmer.
    Gänseblümchensaat bekam ich von meiner Tochter geschenkt, ich habe sie ausgesäht auf dem Holzplatz und sie haben sich wunderbar vermehrt und nun nehme ich immer Saat ab und sähe es auf unsere Gartenfläche aus wo
    Maulwurfhaufen waren, aber auch Wicke und viel andere Wildpflanzensaat haben sich schon vermehrt,
    ich kalke den Rasen sehr gut,
    denn wie auf den Wiesen auf der schwäbischen Alp gedeihen dann die Wildkräuter besser
    und in deisem Jahr werde ich auch die Elfenkrokusse dort in Tuffs einsetztn, auch sie mögen Trockenheit
    herzliche Grüße von Frauke

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  3. guter Post! *lächel*
    wir wohnen direkt angrenzend an der Landwirtschaftszone, wo im Frühsommer tausende von Löwenzahnblüten ihre Schirmchen verteilen. Doch unsere Nachbarn halten an ihrem gepflegten Rasen fest...unserer ist nun im 3.Jahr und man sieht es ihm an, dass es niemals ein englischer Rasen werden wird. Gänseblümen und Ehrenpreis mag ich sehr, nur der teppichartige Weissklee ist mir ein Gräuel, denn die Bienen surren da nur so rum, für uns "Permanent-Barfussläufer" ist das nicht so toll...
    LG Carmen

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  4. oh je, soll ich micj outen? ich habe gänseblümchen ausgerupft. ich mag sie auch aber bitte nur als kleine flecken in meinem rasen, ich mag es wenn er schön gleichmäßig saftig grün als kontrast zu meinen wilden beeten ist. hoffentlich meidert ihr mich jetzt nicht. gruss sibylle

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  5. Soviel ich weiß schwächt den Rasen auch Trockenheit. Wenn er also nicht ständig feucht gehalten, sprich beregnet wird, können sich diejenigen Kräuter, die auch trockene Tagen verkraften eher durchsetzen. Auf den Britischen Inseln wächst das Gras eben deswegen so gut, weil es häufig regnet und die Temperaturen gemäßigt sind, die Rasenfläche also nicht so leicht austrocknet.
    Zweiter Punkt ist das mähen. Je häuiger man das Gras schneidet, umso buschiger wächst es und die "Unkräuter" werden davon natürlich eher geschwächt.
    Wenn du also nicht viel machst, wird dein Garten schneller zu einer natürlichen Wiese, ich denke mal mit den Kräutern, für die euer Boden am besten passt.
    Bei uns wachsen Disteln sehr gerne, die wir dann ausstechen. Alle 4-5 Jahre darf der Vertikutierer drüber, weil sonst gar kein Gras mehr da wäre und das ist auch schade. Auf die Art gibts bei uns ein nettes Gleichgewicht zwischen Wildkräutern und Gras, so wie es mir gefällt.

    Liebe Grüße und berichte mal bei Gelegenheit, was bei dir so alles in der Wiese wächst!
    Elisabeth

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  6. Bei uns klappt es hervorragend keinen englischen Rasen zu haben - momentan wuchert das Scharbockskraut, Günseln, Klee, Gänseblüchen, Löwenzahn, Kuckuckslichtnelken, Mageriten usw folgen bereits. Bei uns muss man eher den Rasen unter den Beikräutern suchen :)

    lg kathrin

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  7. Einfach abwarten und (englischen) Tee trinken. Die Wildkräuter und Blumen kommen von ganz allein. Bei mir sind das Klee, Gänseblümchen, Löwenzahn, Breitwegerich, etwas Giersch.

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  8. und heute endeckte ich in einer Schatten Wiese blaue Veilchen, die werde ich aussähen und pflanzen

    Frauke

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  9. ...mit englischem Rasen ??? Na, das gleiche wie mit englischen Bier, vernichten.

    Mit ein wenig Gleichgütigkeit, hochgestelltem Rasenmäher und einigen kleinen Inseln mit Holzresten und Steinen kommt man schon zum Ziel. Dann wird auch England wieder bunt, die Insekten werden es danken.

    Viel Spass und Grüsse
    Hartmut

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  10. Gras. Es wächst. Gottseidank. Wenn kein Gras mehr wächst, wächst nahezu nichts mehr. Andere betonieren die Erde, legen Platten oder streuen Kies. Bis ein Grashalm nicht mehr wachsen kann. Wie Wüste.

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  11. Man muss den Rasen *Vertikutieren* (google mal) Vertikutierer kann man im Baumarkt kaufen (die sind auch nicht so teuer).
    Das ist mein kleiner Tipp...

    GLG Doris

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  12. Solange der Garten ansonsten keine naturferne Ödnis ist, habe ich eigentlich nichts gegen Rasen als ruhigen Kontrast (der aber bitteschön keine allzu große Fläche einnehmen sollte ;-)). Immer noch besser als die jetzt immer mehr in Mode kommenden Steingärten in edlem Schottergrau - fürchterlich. Unser Rasen ist allerdings weit von einem englischen Rasen entfernt, dafür sorgen die sich munter versamenden Stauden und Kräuter aus den angrenzenden Beeten. Pflanz mal Wiesensalbei oder Schafgarbe ins Beet, die hast Du nachher überall im Rasen...Über die ersten Gänseblümchen habe ich mich auch riesig gefreut, nur Löwenzahn muss nicht unbedingt sein.

    Liebe Grüße, Bärbel

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  13. Wahrscheinlich war das Saatgut darauf gezüchtet, alle "Unkräuter" zu unterdrücken. ;)
    Wie wäre es denn damit hier und da römische Kamille in den Rasen zu pflanzen? Dann hast du einen ebenfalls wuchernden Konkurenten zu den Gräsern und nebenbei einen Duftrasen. Soweit zumindest die Theorie einer Garten Anfängerin...

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