Dienstag, 12. Oktober 2010

Die Rückeroberung


Ich war neulich im Garten und habe versucht das im Frühling angelegte Staudenbeet unter den Brennnesseln und der Kapuzinerkresse wiederzufinden. Wie berichtet, ist es in den letzten Wochen einfach in der Wildnis meines Gartens, unter Brennnesseln und den meterlangen Ranken der Kapuzinekresse, verschwunden.

Die Kapuzinerkresse und ich haben kein Problem miteinander. Sie hat sich ein bisschen mehr als geplant breit gemacht - was soll's, ich bin unbesorgt, der erste Frost wird dem ein Ende setzen. Bei den Brennnesseln sieht es anders aus, wegen ihnen bin ich besorgt um die Stauden. Das sie die uneingeschränkten, dominanten Herrscher der Stauden werden, das war so nicht von mir geplant und gewollt. Sie schlagen Wurzeln in den Wurzelballen meiner Clematis und meines Ziersalbeis, sodass ich meine geliebten Staude verletzen muss, um sie zu entfernen.

Ich habe ein wunderbares Beet für die Stauden geschaffen. Die Brennnesseln haben das erkannt und sich hineingelegt. Ja, ich erlaubte es - was schaden ein paar Brennnesseln im Beethintergrund? - aber sie hielten sich nicht daran. Ich reichte ihnen den kleinen Finger und sie nahmen die ganze Hand. Mehr noch- das ganze Beet!

Da ich weiß, dass es zwecklos ist, dieser Pflanze böse Absichten zu unterstellen, beibt nichts anderes als daraus zu lernen. Ich hätte eher darauf achten müssen. Und nun kann ich Zentimeter für Zentimeter das Beet zurückerobern. Und den Rasen mähen, der hat es schon wieder dringend nötig.

Kommentare:

  1. So ähnlich ging es mir auch mit Brennnesseln in einem Rosenbeet: Sie kamen von allein, und wie vieles, das sich von allein ansiedelt, durften sie erst einmal bleiben. Wurden beerntet und machten sich optisch ganz gut zwischen den Rosen und den paar wenigen Stauden. Aber einmal nicht hingeschaut und schon stellten sie Gebietsansprüche und führten sich auf wie Kolonialherren. Ergebnis: Ich musste sie aus dem Beet herausoperieren, dabei verlor ich irgendwie eine Agastache. Naja, ich hab daraus gelernt.
    Mit der Kapuzinerkresse ist das einfacher. Erst einmal. Wenn der Frost kommt, ist alles welk. Aber im nächsten Jahr wirst du dich über viele Kinder mehr oder weniger freuen!
    Liebe Grüße, Margit

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  2. Wenn man nicht regelmäßig den 'Wildkräutern' Einhalt gebietet, dann passiert genau das , was du so anschaulich beschreibst. Ich kenne das nur zu gut, allerdings finde ich Brennnesseln geradezu harmlos im Vergleich zu Winden und Giersch, die meinen Garten versuchen einzunehmen. Kapuzinerkresse in diesem Zusammenhang zu erwähnen muss ich tadeln ;-)) sie drehen erst in den letzten Herbsttagen so richtig auf und lassen alles noch einmal wie einen üppigen Dschungel erscheinen....ich liebe das...der erste strenge Frost macht ihnen dann ganz schnell den Garaus .
    In welcher Stadt gärtnerst Du eigentlich? Sollte es Berlin sein, kannst Du Dir gerne von den 'Fireworks' ( Solidago)ein paar Abstiche holen.
    LG
    Sisah

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