Freitag, 13. August 2010

Die gelben Engel


Sie sind einer der Gründe, weshalb ich letztlich auf ein strenges Farbkonzept im Garten pfeife, sie sind die jährlich wiederkehrenden treuen Seelen des Hinterhofes, die Dauerblüher unter widrigsten Verhältnissen und einfach unverzichtbar für mich: Ringelblumen. Anfang des Jahres verteile ich stets ein paar Päckchen Saatgut im Garten, der Rest erledigt sich von selber: sie wächst und blüht, unermüdlich und unkaputtbar. Inzwischen sind es sogar so viele Blumen, die ihre Samen so gründlich verstreuen, dass ich im nächsten Jahr sicherlich auf die Aussaat im März verzichten kann.

Die als "Bauerngartenblumen" bekannten, einjährigen Pflanzen sind inzwischen nicht nur in gelb, sondern in einer enormen Farbpalette erhältlich. Ihre Blüten können gefüllt sein, pastellig oder knallig, in einer Bandbreite die von Cremeweiß über Knallorange oder leuchtend Gelb reicht. Selbst sanfte Brauntöne wurden in die Blüten hineingezüchtet. (Wen es interessiert: die größte Auswahl bietet der englischen Saatguthersteller Thompson&Morgan an!)

Ihre Wurzelauscheidungen wirken gegen Nematoden, weshalb sie perfekt in Mischkultur mit Bohnen, Möhren, Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren, Kohl und sogar Ziepflanzen wie Rosen sind. Unverträglichkeiten gibt es - meines Wissens- keine. Sie können auch allen möglichen Tees und Gerichten hinzugefügt werden, sogar frisch und getrocknet.

Als wäre das alles nicht genug, ist die Ringelblume auch eine großartige Nährpflanze für Insekten, Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge.

In der Naturheilkunde wird sie vornehmlich zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt, gilt aber ebenso als Heilkraut für allerlei Verdauungleiden. Auf der Seite heilkraeuter.de habe ich folgende Anwendungsgebiete für Calendula gefunden: Geschwollene Lymphknoten, Mundschleimhaut-entzündungen, Magen- und Darmstörungen, Brechreiz, Magengeschwür, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gallenbeschwerden, Leberschwäche, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Angstzustände, Menstruations fördernd, Menstruationsschmerzen, Wechseljahrsbeschwerden, Quetschungen, Zerrungen, Blutergüsse, Hautleiden, Wunden, Schlecht heilende Wunden, Ekzeme, Geschwüre, Brandwunden (leichte), Sonnenbrand, Gesprungene Lippen, Schnittwunden, Pickel, Furunkel, Erysipel, Unreine Haut, Warzen, Krampfadern, Unterschenkelgeschwüre, Offene Beine, Hautkrebs, Entzündungen und Vereiterungen der Haut, Wundliegen, Wunde Brustwarzen, Wunde Babypopos, Windeldermatitis, Narbenwucherungen, Schmerzen in Amputationsstümpfen, Afterjucken, Gesichtsrose, Gürtelrose.

Was will man mehr?
Sollte es mich also mal dort Jucken, wo die Sonne nie hinscheint, ich von Ekzemen, Geschwüren oder Narbenwucherungen heimgesucht werden, so gehe ich in den Garten und pflücke eine dieser sonnengelben Blüten. Ehrlich. Sollte das nie geschehen, so werde ich mit ihnen einfach weiterhin die Gesundheit meines Gemüses, die Farbvielfalt meines Gartens sowie das Kulinarische Niveau meiner Speisen heben.

Kommentare:

  1. Alles klar! Ich werde Ringelblumen säen. Mit mehr Überzeugung hat wohl selten jemand über diese Blumen geschrieben. Danke! LG Heike

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  2. Hallo Gartenmädchen! Du hast Recht, Ringelblumen sind nie altmodisch und wert, gepflanzt zu werden. Ich habe dir übrigens gerade einen Award weitergereicht, ich hoffe, das war in Ordnung. Viele Grüße Elke

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  3. Das war eine tolle Ehrung einer äußerst wertvollen Heilpflanze, über deren Vorzüge man gar nicht genug veröffentlichen kann.

    Lieben Gruss, Brigitte

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  4. hast du auch ein gutes ringelblumencremerezept?lg aus den bergen

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