Zur Zeit häufen sich in Baumärkten, Gartencentern, Supermärkten und sogar Drogeriemärkten der Gartenzubehör. Die Anzuchtschalen, Häuschen, Töpfchen, die Pikierstäbchen und Torfquelltöpfchen. Es gibt beheizte Anzuchthäuschen und "Wurzeltrainer" für Gemüse, Tomatenstäbe aus sämtlichen Materialien, für jedes Pflänzchen das unbedingt erforderliche Töpfchen und Wässerchen. Dazu kommen noch Knieschoner, gigantische Kollektionen an Gärtnerbekleidung von Schuhen über Hüte, Handschuhe und Gartenjacken, Pflanzen- und Aussaatetiketten aus Holz, Platsik oder Metall zum Hängen, Stecken und Klemmen. Das wirklich verwunderliche daran ist, dass das alles eigentlich kein Mensch braucht.
Ich habe am Anfang auch investiert in blödes Zubehör. Besonders Anzuchtzubehör, weil ich dachte, es ginge nicht ohne. Die Anzuchtschalen haben nie mehr als zwei Jahre überstanden und waren dazu schreiend hässlich. Ich möchte keine knallgrünen Platikschalen mit billigem Plastikdeckel auf meiner Fensterbank. Nie wieder!
Und deshalb ist bei mir Schluss mit dem Zubehör-Wahnsinn. Ich lege Wert auf gute Erde, wie ich ja bereits thematisiert habe, und für nichts anderes muss ich Geld ausgeben. Als Anzuchtschale eignet sich nämlich alles. Von Joghurtbechern bis hin zu Tupperdosen, Tassen, Teller, Blumentöpfe, Backformen, leere Konservendosen und vieles mehr. Natürlich besteht die Gefahr, dass die Sachen nach intensiver Nutzung nicht mehr küchentauglich sind - man sollte also auf ältere Utensilien ausweichen.
Bei mir hat sich eine fröhliche Mischung aus alten Kastenformen zum Kuchenbacken, ausgewaschenen Konservendosen und verzinkten Blumentöpfen zusammengetragen. Ich habe sie auf dem Sperrmüll gefunden, bei Ebay ersteigert und überall wo ich sie fand mitgenommen. Sie halten meine intensive, jahrelange Nutzung sehr gut aus - wenn hier und da mal etwas rostet macht mir das nichts.
Plastikhauben und Minigewächshäuser brauche ich auch nicht - umgedrehte Gläser oder PET Flaschen erfüllen den gleichen Zweck und sind viel kleidsamer. Oder ich behelfe mir, wie bei der Aussaat von Chili, mit Frischhaltefolie.
Pikierhözchen habe ich noch nie gebraucht, der Stiel eines Teelöffels erfüllt den Zweck ebensogut wie ein Kugelschreiber aus dem die Miene entfernt wurde. Davon abgesehen sind feinfühlige Finger immernoch das wichtigste beim Pikieren!
Ein wahrer Schatz ist zudem der Paper Potter, eine genial einfache Erfindung, über die ich hier berichtet habe.
Statt mir hässliche Etiketten zu kaufen beschrifte ich Holzwäscheklammern, klemme sie an Holzspießen fest und stecke sie in die Erde. Sie Überstehen sogar im Garten eine gewisse Zeit!
Es braucht so wenig um erfolgreich zu gärtnern, und manchmal wünsche ich, dass sich diese Erkenntnis mehr durchsetzt. Liebe Gartenmädchen - und Jungs: kauft euch das ganze blöde Zeugs nicht. Es ist hässlich, es ist aus Plastik, es ist überteuert und sinnlos. Spart euer Geld lieber und investiert es an anderer Stelle. Für den Schrott Geld auszugeben ist doch Wahnsinn. Wir sind die Gärtner, und wir entscheiden was wir brauchen. Ein Garten mit schönen, kräftigen Pflanzen sollte Einfallsreichtum oder Kreativität erfordern, aber ganz sicher kein Geld!