Es ist bitterkalt draußen und ich leide diesen Winter wieder richtig an schlimmen Attacken von massivem Gartenentzug. Wahrscheinlich weil ich in der vergangenen Gartensaison zwangsweise kaum richtig gärtnern konnte. Ich sitze in meinem Kämmerlein, quetsche die Nase an das Küchenfenster und schaue nach draußen auf die Straße wo es lustiges Schneetreiben gibt. Schnee, Schnee, Schnee. Es ist dunkel und kalt und ich habe nichtmal eine Tüte Kresse oder Sprossen parat, die sonst immer erste Hilfe leisten bei den Entzugserscheinungen im Winter weil Kresse ziehen ja irgendwie auch gärtnern ist. Die Überwinterung von Gartenmädchen ist eine komplizierte Sache und eine Geduldsprobe...
Wenigstens habe ich heute beim gartensüchtigen Rumstöbern entdeckt, dass die BBC Sendungen der fantastischen Gärtnerin Alys Fowler komplett bei Youtube zu finden sind.
Die Leser dieses kleinen feinen Blogs, die schon länger mitlesen
erinnern sich sicherlich, dass ich schon oft über Alys geschrieben habe,
zum Beispiel über ihr mitreissendes Buch. Als ich nun mal wieder sämtliche Folgen Edible Garden gesehen habe hat es mich wieder mitgerissen und begeistert. Alys ist einfach eine der coolsten Gärterninnen die ich kenne! Und schon ist ein dunkler Winterabend gerettet!
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Montag, 21. Januar 2013
Sonntag, 22. Januar 2012
Aussaat der Chilis
Die Zeit ist reif für erste gärtnerische Großtaten (zumindest gefühlt eine Großtat): Die Aussaat der Chilis! Vorsicht ist noch geboten für alle ungeduldigen Gärtner, die kein frostfreies Gewächshaus oder einen kühlen sehr hellen und sonnigen Platz besitzen: sie sollten sich noch ein wenig gedulden. Denn sonst erhält man keine kräftigen Chilipflänzchen, sondern blasse, kraftlose, lange Triebe und muss im Februar nochmal neu starten. In diesem Fall ist also des Gärtners größte Tugend, Geduld, von Vorteil.
Bei mir kommen die Samen in torffreie Anzuchterde. Die Töpfe mit der Erde werden dann mit Frischhaltefolie bedeckt, unten schütze ich sie mit Alufolie. So, sorgsam geschützt gegen zu starke Verdunstung, stelle ich die Anzuchtschalen auf meine Heizung. Während der ein- oder zwei Keimungstage sind die Lichtverhältnisse zweitrangig. Wichtig ist Wärme, denn Chilis sind echte Frostbeulen. Unter 20 °C denken sie überhaupt nicht an Keimung, und so richtig in Fahrt kommen sie erst ab 24°C. Sobald die Keimung abgeschlossen ist brauchen sie dann Licht, Licht und vor allem Licht.
Alljährlich erwähnenswert ist auch, dass Chilis äußerst launische Keimer sind. So mancher Gärtner berichtete schon von Keimschalen, in denen sich bis zu drei Wochen nichts tat -bis die Keimung quasi über Nacht erfolgte. Bei anderen keimen Chilis regelmäßig und innerhalb von zwei Tagen. Chilisamen sind also einfach eigensinnige kleine Dinger. Wenn man das weiß, gibt es keinen Grund zur Sorge!
Bei mir kommen die Samen in torffreie Anzuchterde. Die Töpfe mit der Erde werden dann mit Frischhaltefolie bedeckt, unten schütze ich sie mit Alufolie. So, sorgsam geschützt gegen zu starke Verdunstung, stelle ich die Anzuchtschalen auf meine Heizung. Während der ein- oder zwei Keimungstage sind die Lichtverhältnisse zweitrangig. Wichtig ist Wärme, denn Chilis sind echte Frostbeulen. Unter 20 °C denken sie überhaupt nicht an Keimung, und so richtig in Fahrt kommen sie erst ab 24°C. Sobald die Keimung abgeschlossen ist brauchen sie dann Licht, Licht und vor allem Licht.
Alljährlich erwähnenswert ist auch, dass Chilis äußerst launische Keimer sind. So mancher Gärtner berichtete schon von Keimschalen, in denen sich bis zu drei Wochen nichts tat -bis die Keimung quasi über Nacht erfolgte. Bei anderen keimen Chilis regelmäßig und innerhalb von zwei Tagen. Chilisamen sind also einfach eigensinnige kleine Dinger. Wenn man das weiß, gibt es keinen Grund zur Sorge!
Dienstag, 25. Januar 2011
10 Monate Superschmelz
Es ist kalt in meinem Garten, der Abend beginnt früh, die dunklen Stunden dehnen sich. Ich kann mir in diesen Tagen kaum vorstellen, dass ich mal in einem Sommerkleid in meinem Garten sitzen konnte, dass ich den Schatten suchte, weil es so heiß war. Aber ich weiß, dass die ersten Frühlingsblüten unter der Erde warten.
Aber es warten nicht nur die Schneeglöckchen auf mich, sondern auch eine ganze Menge Gemüse aus meinem Garten. Es ist eingekocht und schmeckt noch immer, wie am Tag der Ernte: nach Sommer. Eine dieser Suppen habe ich aus der gigantischen Kohlrabieernte zubereitet. Weil es Winter ist und ich meine unter dem Gartenentzug leidende Seele streicheln muss, habe ich sie heute gegessen. Als ich sie aß, war der Garten gegenwärtig - und mit ihm all seine Düfte, seine Geräusche und Farben...
Lassen wir also noch einmal Revue passieren, wie die Grundlage der Suppe heranwuchs: im Frühjahr habe ich sie in meiner Wohnung gesät und vorgezogen, bis das Wetter es zulies, die Pflanzen in die Freiheit des Gartens zu entlassen.
Die Kohlrabi "Superschmelz" war der Gigant in meinem Garten. Über 2 Kg brachte sie, nach zunächst sehr blattlastigem Wachstum, im Oktober auf die Waage. Und sie machte ihrem Namen alle Ehre: trotz des beträchtlichen Gewichtes waren alle 3 Knollen zart und überhaupt nicht holzig.
Der einzige Nachteil war, dass die Kohlrabi am Ende unglaublich viel Platz im Gemüsebeet beanspruchte.
Zwei der Knollen legten sich, wegen des großen Gewichts, irgendwann auf die Seite in mein Beet. Geschadet hat es ihnen nicht.
Also -plopp - das Glas geöffnet, einen Schuss Sahne in die Suppe, eine Chorizo aus dem Kühlschrank gekramt, fertig ist die perfekte Mahlzeit für kalte Winterabende. Eine Kerze anzünden, ein Glas Wein - und der Winter kann einem nichts mehr anhaben!
Sonntag, 9. Januar 2011
Sprossen - Gärtnern im Januar
Sprossen selber zu ziehen ist ganz einfach. Man braucht dafür auch keinen dieser abenteuerlichen Sprossen- Apparaturen die überall erhältlich sind. Nein, es ist viel einfacher. Man braucht nur unbehandelte Samen, z.B. von Radieschen, Senf, Mungobohnen oder man greift auf eine Mischung für Sprossen zurück.
Die Samen aus denen man die Sprossen ziehen will, müssen ca. 12 Stunden in Wasser eingeweicht werden. Dann müssen sie, bis sie gegessen werden, morgens und abends einmal durchgespült werden. Für dieses Zweck gibt es auch die Keimapparate. Sie funktionieren so, dass man oben Wasser reingießt, es spült alle Sprossen durch, und sammelt sich unten: kein Keimling liegt so im Wasser und kann schimmeln. Wer jedoch nicht 365 Tage im Jahr eine Großfamilie mit Sprossen versorgen möchte, kann sich auch selber einen Behälter zur Keimung bauen.
Man benötigt einen Nagel, einen Hammer und ein Glas mit Schraubdeckel. Mit dem Nagel hämmert man kleine Löcher in den Deckel. Das war's dann auch schon und der Spaß kann losgehen:
Man füllt die Samen in das Glas (daran denken, dass die Sprossen am Ende ein Vielfaches an Platz beanspruchen!), gießt es mit Wasser voll, und lässt die Samen so 12 Stunden einweichen. Wer diesen Schritt vergisst dem kann es egal sein - es funktioniert nämlich auch ohne ihn, er beschleunigt den Keimvorgang eben einfach.
Ist die Einweichzweit vorüber schraubt man den Deckel auf das Glas und lässt durch die Löcher das Wasser ablaufen. So kann man das Glas auf die Seite gelegt aufbewahren un zweimal am Tag einfach den Deckel abschrauben, Wasser einfüllen, den Deckel erneut aufschrauben und das Wasser wieder abgießen.
Je nach Sprossensorte und Vorliebe des Sprossengärtners sind die Keimlinge nach 2-7 Tagen verzehrfertig.
Ob die Sprossen leuchtend grün und geschmacksintensiv oder blas, knackig und mild sind, kann durch Lichtentzug beeinflusst werden. Wer seine Sprossen im Dunkeln zieht, (z.B. in dem er das Glas in einen Schrank stellt oder mit lichtundurchlässigem Material beklebt) wird gebleichte, knackige Sprossen erhalten.
Zum Ziehen von Sprossen eignet sich nahezu jeder Samen:
Zum Beispiel Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Quinoa Hirse oder Amaranth. Es funktioniert natürlich auch mit Hülsenfrüchten, etwa Linsen, Erbsen, Kichererbsen oder mit Wurzelgemüse wie Sellerie, rote Bete, Radies, allen Rettichsorten oder Zwiebelgewächsen - großartig sticht hier Knoblauch heraus. Als typische Sprossensaaten findet man im Handel meist Alfalfa, Mungobohnen, Bockshornklee, Rotklee, Brokkoli, Rettich und Senf. Ich empfehle aber ein wenig Abseits des Gewohnten zu Experimentieren - Sprossen lassen sich nämlich auch aus (für den Zweck) ungewöhnlicheren Samen ziehen: wie wäre es mal mit Fenchel?
Mittwoch, 5. Januar 2011
Kresse - Gärtnern im Januar
Ich habe ja bereits vor einigen Wochen von meinen Strategien zur Überwinterung gesprochen und möchte heute von einer weiteren berichten.
Denn nun ist Januar. Ich habe, trotz der Erkenntnis, dass weniger meist mehr ist, zu viel Glühwein mit Rum getrunken, Mandeln in irgendwelchen gebrannten oder schokoladigen Hüllen in mich gestopft, Lebkuchen gefuttert und bin von einer Scheinzypresse zu einer pummeligen Nordmanntanne geworden. Höchste Zeit für etwas Gartenarbeit. Dummerweise ist Januar - ich brauche also eine Alternative. Doch was erfüllt die Kriterien, die ein Gartenmädchen wie ich an ein Gewächs im Winter stellt? Es muss gesät werden, keimen, wachsen, geerntet werden können und - natürlich!- am Ende essbar sein. Denn ich bin ausgehungert. Nicht generell, sondern ich bin ausgehungert nach Frischem, nach Selbstgezogenen.
Es gibt dazu ein wunderbares Sprichtwort: "in der Not frisst der Teufel Fliegen." Ich ergänze: "und Gartenmädchen Kresse..."
Also so schnell wie möglich den alten Kresseigel rauskramen! Keinen zur Hand? Macht nix, ich habe nämlich auch keinen. Ich nehme einen flachen Teller oder einen Topfuntersetzer, lege eine dünne Schicht Watte oder Papier hinein, setze das ganze unter Wasser und säe darauf die Kresse.
Die Keimung und das rasante Wachstum erfolgen in nur wenigen Tagen. Dann kann sie bereits geerntet werden und sorgt für selbstgeerntete, selbstgezogene Kräuterwürze in Salaten, auf Broten, Suppen, in Kräuterquarks und vielem mehr. Deshalb ist Kresse so großartig. Sie ist ein Highlight, geeignet selbst für den ungeschicktesten, ungeduldigsten Gärtner, der über nichts als ein klitzekleies Zimmer mit einer Fensterbank verfügt.
Und, nicht zu vergessen - Kresse bringen eine fast vergessene Farbe in meine Wohnung: Grün!
Grün ist vielleicht nicht ohne Grund die Farbe der Hoffnung. Ich persönlich vermute sogar, dass der kluge Kopf, der die Hoffnung der Farbe Grün zuordnete, auch Gärtner war, der seine Sehnsucht den Winter über mir Kresse stillte.
Samstag, 11. Dezember 2010
Was bei Gartensehnsucht hilft
Im Winter spielt sich alles in der Wohnung ab, auf Grund des Frostes ist Gartenarbeit schwer und völlig überflüssig, das sehe ich ein. Ich habe daher im Laufe meiner wenigen Jahre als Gärtnerin viele Überwinterungsstrategien entwickelt, die gut bei der Sehnsucht nach meinem liebsten grünen Fleckchen Erde helfen. Die Sehnsucht und die ersten Entzugserscheinungen beginnen nämlich, wirklich!, schon jetzt bei mir.
Eine Möglichkeit, die bei mir verfressenem Gartenmädchen bestens funktioniert: ich packe den Garten, seinen Duft und seine Aromen, auf den Teller.
Heute morgen war es der Frühstücksteller. Auf ihm lag mein Brötchen und darauf war eine köstliche Konfitüre aus Quitten, Kürbis und Thymian. Sie ist ein Geschenk - ich kann der talentierten Marmeladenkocherin nur ein großartiges Gefühl für Aromen bescheinigen! - und mir ging es gleich ein bisschen besser.
Wer denkt, wenn er das leichte, sommerliche Aroma von Zitronenthymian im Mund hat, noch daran, wie lang der kommende Winter sein wird?
Eine weitere gute Möglichkeit ist, sich Blumen in die Wohnung zu hohlen. Je dunkler die Jahreszeit, desto intensiver sollten sie sein. Vor zehn Tagen habe ich diese wunderschöne Amaryllis geschenkt bekommen. Sie steht nun auf meinem Esstisch und hilft wunderbar. Ein solch imposantes, knalliges Gewächs wäre in meinem Garten völlig fehlplaziert. In meiner Wohnung, zur dunklen Jahreszeit, ist sie aber super.
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