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Sonntag, 7. April 2013

Keimproben bei altem Saatgut

Das Warten auf die Keimung von gesäten Pflanzen ist für mich bekanntlich eine schwierige Aufgabe. Nicht selten bange ich um den Erfolg, denn auch Saatgut hat ein Haltbarkeitsdatum. Wird das zu weit überschritten hilft kein Hoffen und Bangen und Gießen: Nach der Aussaat tut sich einfach nichts. Jedoch sollte man altes Saatgut deshalb nicht sofort ängstlich entsorgen, auch nach drei oder vier Jahren kann es häufig noch keimen!

Um zu prüfen wie gut die alte Saat noch ist, kann eine Keimprobe gemacht werden. Das braucht meist nur ein paar Tage, ist schnell durchzuführen und verhindert, dass man in seinen Beeten etwas aussät und anschließend monatelang rätselt warum nichts passiert ist.
Ich habe in diesem Frühling entdeckt, dass ich noch alte Mangold- und Spinatsamen habe. Der Mangold lief 2012 ab, der Spinat schon 2009. Um eine Keimprobe durchzuführen nimmt man eine kleine Schale oder einen Teller in die man feuchtes Papier legt. Darauf werden dann einige der zu prüfenden Samen gebettet und der Teller mit Folie abgedeckt um die Verdunstung des Wassers zu verhindern. Das war's schon!

Man sollte die ganze Zeit unbedingt darauf achten, dass die Samen nie im Trockenen liegen, denn das würde die Keimung unterbrechen. Nach einigen Tagen (in meinem Falle am dritten Tag) begann ein Teil der Mangoldsamen zu keimen. Wie schön! Jedoch sieht man auch auf dem Foto, dass zum Beispiel von dem rotstieligen Mangold nur 4 von 9 Samen aufgegangen sind. Das bedeutet die Hälfte der Samen haben ihre Keimkraft bereits eingebüßt. Aber das macht nichts, ich weiß ja nun, dass ich ungefähr doppelt so viel aussäen muss, wie mit frischem Mangoldsaatgut.
Bei dem Spinat rührte sich auch nach 8 Tagen nichts. Dieses Saatgut ist zu alt und kann von mir guten Gewissens an die Vögel verfüttert werden, Pflanzen würden daraus nicht mehr werden. Dafür kann ich mit dem Mangold jetzt sofort im Beet oder in Töpfen loslegen. Anscheinend erlaubt das Wetter ja auch endlich die heißersehnten ersten Aussaaten!

Montag, 16. April 2012

Zack zack!

"Jetzt aber flott!" dachten sich die Balkonsaaten der drei Berliner Mädels, bei denen ich vor kurzem auf dem Balkon gärtnern durfte. Kaum kamen die ersten Sonnenstrahlen, kaum sangen die Vögel auf den Bäumen an der Straße lauter als sonst, kaum kletterte die Temperatur über die 15 ° Marke, keimten sie wie verrückt.

Und das ist auch gut so, denn ich habe das Gefühl, dass Berlin in diesem Jahr ewig braucht um grün zu werden. Man sieht es an den Bäumen auf der Straße - frühlingshaft ist etwas anderes...
Zum Glück gibt es das Gemüse auf dem Nordbalkon. Und das zeigt deutlich, dass es Frühling wird. Zack! waren Spinat und Radieschen da, zack! folgte der Salat, den ich gegen Nachfröste vorerst im Badezimmer der Mädels untergebracht hatte. Nicht etwa aus ästhetischen Gründen, sondern weil es der hellste Raum der Wohnung ist. Zudem schätzen Jungflanzen das feuchte Badezimmerklima - wer ein sonniges Bad hat: Chilis, Tomaten oder junge Kräuter werden dieses Plätzchen lieben!
Es ließ sich schnell erkennen, dass das Saatgut zu dicht gesät war. Das ist aber durchaus normal und beabsichtigt: Da selten jedes Körnlein keimt, sollte man auf Nummer sicher gehen und großzügig aussäen. Dem manchmal anschließenden Gedränge der Keimlinge muss durch das Vereinzeln entgegengewirkt werden.

Vereinzeln funktioniert einfach: Alle schwächelnden Pflänzchen werden vorsichtig ausgezupft, um ihren großen, kräftigen Geschwistern Platz zu machen. Entsorgen muss man trotzdem nix, denn die meisten Keimlinge schmecken super in Salaten oder auf Broten - in der Vergangenheit habe ich schon einmal darüber berichtet. Also gab es am Abend einen würzigen Salat aus Radieschen- und Pflücksalatsprossen. Absolut empfehlenswert!

Dienstag, 20. März 2012

Das erste Balkongemüse

Der März neigt sich dem Ende, überall grünt und blüht und sprießt es wie verrückt. Liebe Balkongärtner - nix wie raus auf den Balkon und die Frühlingsgefühle genießen!

Geht man jedoch enthusiastisch und voll Vorfreude auf den Balkon und es wollen sich partout keine Frühlingsgefühle einstellen, ist das kein Anlass zur Sorge, nein, das ist völlig normal. Denn in jedem Winter wird es aus dem Lieblingsplätzchen des Sommers eine Art Rumpelkammer, ein trostloser grauer Ort an dem Leergut, Gerümpel, alte Weihnachtsbäume und traurige Pflanzenleichen lagern. Kein Grund zu verzagen, so ein Balkon kann ganz fix hergerichtet sein. Das habe ich drei hinreissenden Mädels in Berlin bewiesen: in knapp einer Stunde wurde aus ihrem tristen Winterbalkon ein super Ort zum Kaffee trinken, schnacken, lesen, ausruhen, träumen - und natürlich gärtnern.
Da der Balkon im letzten Sommer schon bepflanzt war, waren zum Glück noch Erde und Töpfe vorhanden. Im musste nur ein bisschen Saatgut und ein paar Stauden besorgen. Wichtig für alle, die nun einen Balkon herrichten wollen ist, dass es für die meisten einjährigen Blumen noch zu früh ist! Die kommenden Nachtfröste kosten Geranien, Basilikum oder Koriander schnell das Leben. Besser man pflanzt jetzt erst die mehrjährige Kräuter wie Thymian, Oregano oder Schnittlauch. Wer es bunt haben möchte kann auch Narzissen, Veilchen oder Stiefmütterchen pflanzen, sie lassen sich in ihrer Blühfreude auch von kalten Temperaturen nicht irritieren. Überlebende Balkonstauden aus dem letzten Jahr können zurückgeschnitten werden damit sie ungehindert austreiben.
Auch Pflanzen, die für ihren Topf zu groß geworden sind, können nun umgetopft werden. Das gilt meist auch für gekaufte Kräuter, an deren Wurzeln man sehen kann, dass sie viel mehr Platz bräuchten. Gibt man ihnen einen größeren Kübel, werden sie es mit großer Wüchsigkeit danken!
Nach nur einer Stunde war aus dem Berliner Winterbalkon ein frühlingshafter Ort geworden. Die Bepflanzung ist bewusst nicht sehr bunt, weil die Mädels lieber Gemüse und Kräuter auf dem Balkon haben wollten als bunte Zierpflanzen. So entstand die Mischung aus Kräutern, optisch zurückhaltenden Veilchen und Gemüse. In den großen verzinkten Balkonkästen habe ich frühen Spinat, das Radieschen "Eiszapfen", Pflücksalat und Kopfsalat gesät. Sie kommen mit dem halbschattigen Standort relativ gut klar und sind auch im Topf gut zu kultivieren. Der Vorteil bei diesem früh angebauten Gemüse ist außerdem, dass es zum Teil schon Mitte Mai geerntet werden kann und die Kästen dann frei sind für robuste Buschbohnen oder Wildtomaten, die ebenfalls auf halbschattigen Standorten wie diesem überleben können.

Sonntag, 22. Januar 2012

Aussaat der Chilis

Die Zeit ist reif für erste gärtnerische Großtaten (zumindest gefühlt eine Großtat): Die Aussaat der Chilis! Vorsicht ist noch geboten für alle ungeduldigen Gärtner, die kein frostfreies Gewächshaus oder einen kühlen sehr hellen und sonnigen Platz besitzen: sie sollten sich noch ein wenig gedulden. Denn sonst erhält man keine kräftigen Chilipflänzchen, sondern blasse, kraftlose, lange Triebe und muss im Februar nochmal neu starten. In diesem Fall ist also des Gärtners größte Tugend, Geduld, von Vorteil.
Bei mir kommen die Samen in torffreie Anzuchterde. Die Töpfe mit der Erde werden dann mit Frischhaltefolie bedeckt, unten schütze ich sie mit Alufolie. So, sorgsam geschützt gegen zu starke Verdunstung, stelle ich die Anzuchtschalen auf meine Heizung. Während der ein- oder zwei Keimungstage sind die Lichtverhältnisse zweitrangig. Wichtig ist Wärme, denn Chilis sind echte Frostbeulen. Unter 20 °C denken sie überhaupt nicht an Keimung, und so richtig in Fahrt kommen sie erst ab 24°C. Sobald die Keimung abgeschlossen ist brauchen sie dann Licht, Licht und vor allem Licht.

Alljährlich erwähnenswert ist auch, dass Chilis äußerst launische Keimer sind. So mancher Gärtner berichtete schon von Keimschalen, in denen sich bis zu drei Wochen nichts tat -bis die Keimung quasi über Nacht erfolgte. Bei anderen keimen Chilis regelmäßig und innerhalb von zwei Tagen. Chilisamen sind also einfach eigensinnige kleine Dinger. Wenn man das weiß, gibt es keinen Grund zur Sorge!

Mittwoch, 9. November 2011

...und jetzt noch fix die Zwiebeln!

Nun ist es allerhöchste Eisenbahn für Blumenzwiebeln, die noch in die Erde sollen! Denn bald ist sie zu einer steinharten Fläche gefroren, an der sich der Gärtner mühsam die Finger wundkratzt beim Versuch, seine Tulpenzwiebeln zu versenken!

Wer noch keine Zwiebeln oder keine Zeit oder Lust hat sie in ihr Erdbettchen zu stecken, der kann das den ganzen Winter über nachholen. Sollte Frost die Erde versiegeln, kann man sich immer mit gekaufter Blumenerde behelfen und die Zwiebeln erstmal in Töpfe und Kübel setzen. Oder man hofft auf eine frostfreie Zeit im Februar, denn sogar dann ist es für Spätblüher wie manche Tulpenzwiebeln oder Zierlauch noch nicht zu spät!

Freitag, 23. Juli 2010

Aussaat vom Wintergemüse


Wer in den Monaten zwischen Oktober und Mai Gemüse ernten will, muss im Sommer an die Aussaat denken. Wintergemüse spielt in meinem Garten eine wichtige Rolle, denn gerade Gärtner, die nur einen begrenzten Platz zur Verfügung haben, können permanent ernten, wenn sie geschickt säen. Ein paar Radies und Rettichsorten können zum Beispiel jetzt gesät werden und in ein paar Wochen, wenn es sonst nichts mehr gibt, geerntet.

Man kann auch langsam mit der Aussaat der Zichorien beginnen. Sie können in Töpfen vorgezogen werden und anschließend im Kübel oder im Beet kultiviert werden, ebenso winterharte Kopfsalate und Radicchio. Direkt in's Beet oder den Topf kommen bald, im beginnenden Herbst, Feldsalate, Spinat, Tellerkraut oder Rucola, denen der Frost nichts anhaben kann. Sie werden zum Teil im Winter, zum Teil im frühen Frühling geerntet.

Außerdem ist Setzzeit für Grünkohl. Ich habe in diesem Jahr eine rote Sorte - entgegen meinen sonstigen Angwohnheiten Hybridsaatgut - sie trägt den Namen "redbor F1". Bei der Keimung war er noch rot, jetzt sind die pikierten Pflanzen wieder grün. Ich bin gespannt, mit welcher Farbe es weitergeht. Und ich habe Schwarzkohl, auch Palmkohl genannt, vorgezogen. Er verträgt nur leichte Fröste und sollte im November spätestens geerntet werden.

Freitag, 11. Juni 2010

Wehmütige Aussaat


Wahnsinn, kaum hat das Gartenjahr begonnen- es ist erst Mitte Juni! - beschleicht mich heute das wurmendes Gefühl, dass es bald schon sein Zenit erreicht hat und dann der Herbst kommt. Seltsam. Wahrscheinlich hat die letzte Aussaat dieses wehmütige Gefühl ausgelöst. Ich habe mein Saatgut durchwühlt, die Sachen die ich noch brauche herausgenommen und den Rest weggepackt, bis zum nächsten Frühjahr. Jetzt säe ich nochmal Akelei, ein paar Salate, Radieschen, Palmkohl und Grünkohl, und dann ist es vorbei mit der Aussaat für dieses Jahr. Gut, Ende September wird noch ein Satz Wintergemüse gesät. Spinat, Feldsalat, Postelein. Aber das war's dann. Schon komisch.

Wahrscheinlich sollte ich mich, um meiner Wehmut entgegenzuwirken, darauf konzentrieren, dass bald die Erntezeit kommt. Die Mirabelle hängt nach der gigantischen Blüte schon voll mit ganz kleinen Früchten, die Salate drängeln im Beet, die Puffbohne ist voller Schoten, die Zuckerschoten werden bald blühen. Die Radieschen schauen aus der Erde, die Zucchini und der Kürbis blühen, die Tomaten und Chilis wachsen sichtbar gut...

Aber ich bin noch nicht satt von dem Frühling! Ich will noch mehr säen und brauche noch ein bisschen Frühling, bis der Hochsommer kommt! Lieber Garten, stop! Warte doch auf deine Gärtnerin und sei nicht so schnell!

Samstag, 24. April 2010

Gartenarbeit



Was für ein toller Gartentag! Wie frühlingshaft der Garten langsam wird! Es ist Ende April, Sonnenschein, 16 °C - und es gibt unglaublich viel für Stadtgärtner zu tun!

Es gibt kaum etwas, was ich heute nicht gesät habe. Zumindest kam es mir so vor. Blaue Kornblume, Calendula "sherbet Fizz" und eine Ringelblumenmischung, rankende Kapuzinerkresse, kriechende Kapuzinerkresse, Kapuzinerkresse "milkmaid" und "primrose jewel", Nachtkerze, Phacelia - auch Bienenfreund genannt, schwarzroten Mohn, gefüllten lila Mohn, eine duftende Wickensorte die ein Teil des Zauns beranken soll und eine Regenbogenmischung Radieschen.
Ich habe vorgezogenen Dill gepflanzt, Oregano, Frauenmantel, Iris, eine Margerite und einen Schnittlauch, den ich mal zum Kochen im Topf gekauft habe und der nun, nach ein paar Wochen in meiner Wohnung, ganz gelb und kränklich wurde. Jetzt bekommt er eine neue Chance im Garten.



Und ich habe das Bohnenbeet vorbereitet. Es ist direkt am Zaun angelegt und wie ein Hochbeet ein wenig erhöht, so dass jährlich die Erde ausgewechselt werden kann, da ich in diesem Beet nicht vor habe mich an die drei - bis vierjähige Anbaupause zu halten. Ich hatte, als ich zu Besuch bei dem Landgarten war, Haselnussswildtriebe geschnitten. Die habe ich jetzt in das Beet gesteckt und am Zaun hinter der Bank befestigt. An ihnen sollen die Spargelbohnen und die Helmbohne "dolchos lablab" ab Mitte Mai wachsen.

Ich habe heute auch das erste Mal den Gartenschlauch aus dem Keller geholt: die Erde ist sehr trocken, der Rasen hat keine Chance zu keimen und die neugesetzten Stauden keine Möglichkeit anzuwachsen. Dabei soll der Garten doch so schnell wie möglich wieder grün statt erdig sein!

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