"Jetzt aber flott!" dachten sich die Balkonsaaten der drei Berliner Mädels, bei denen ich vor kurzem auf dem Balkon gärtnern durfte. Kaum kamen die ersten Sonnenstrahlen, kaum sangen die Vögel auf den Bäumen an der Straße lauter als sonst, kaum kletterte die Temperatur über die 15 ° Marke, keimten sie wie verrückt.
Und das ist auch gut so, denn ich habe das Gefühl, dass Berlin in diesem Jahr ewig braucht um grün zu werden. Man sieht es an den Bäumen auf der Straße - frühlingshaft ist etwas anderes...
Zum Glück gibt es das Gemüse auf dem Nordbalkon. Und das zeigt deutlich, dass es Frühling wird. Zack! waren Spinat und Radieschen da, zack! folgte der Salat, den ich gegen Nachfröste vorerst im Badezimmer der Mädels untergebracht hatte. Nicht etwa aus ästhetischen Gründen, sondern weil es der hellste Raum der Wohnung ist. Zudem schätzen Jungflanzen das feuchte Badezimmerklima - wer ein sonniges Bad hat: Chilis, Tomaten oder junge Kräuter werden dieses Plätzchen lieben!
Es ließ sich schnell erkennen, dass das Saatgut zu dicht gesät war. Das ist aber durchaus normal und beabsichtigt: Da selten jedes Körnlein keimt, sollte man auf Nummer sicher gehen und großzügig aussäen. Dem manchmal anschließenden Gedränge der Keimlinge muss durch das Vereinzeln entgegengewirkt werden.
Vereinzeln funktioniert einfach: Alle schwächelnden Pflänzchen werden vorsichtig ausgezupft, um ihren großen, kräftigen Geschwistern Platz zu machen. Entsorgen muss man trotzdem nix, denn die meisten Keimlinge schmecken super in Salaten oder auf Broten - in der Vergangenheit habe ich schon einmal darüber berichtet. Also gab es am Abend einen würzigen Salat aus Radieschen- und Pflücksalatsprossen. Absolut empfehlenswert!
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Montag, 16. April 2012
Samstag, 24. April 2010
Gartenarbeit
Was für ein toller Gartentag! Wie frühlingshaft der Garten langsam wird! Es ist Ende April, Sonnenschein, 16 °C - und es gibt unglaublich viel für Stadtgärtner zu tun!
Es gibt kaum etwas, was ich heute nicht gesät habe. Zumindest kam es mir so vor. Blaue Kornblume, Calendula "sherbet Fizz" und eine Ringelblumenmischung, rankende Kapuzinerkresse, kriechende Kapuzinerkresse, Kapuzinerkresse "milkmaid" und "primrose jewel", Nachtkerze, Phacelia - auch Bienenfreund genannt, schwarzroten Mohn, gefüllten lila Mohn, eine duftende Wickensorte die ein Teil des Zauns beranken soll und eine Regenbogenmischung Radieschen.
Ich habe vorgezogenen Dill gepflanzt, Oregano, Frauenmantel, Iris, eine Margerite und einen Schnittlauch, den ich mal zum Kochen im Topf gekauft habe und der nun, nach ein paar Wochen in meiner Wohnung, ganz gelb und kränklich wurde. Jetzt bekommt er eine neue Chance im Garten.
Und ich habe das Bohnenbeet vorbereitet. Es ist direkt am Zaun angelegt und wie ein Hochbeet ein wenig erhöht, so dass jährlich die Erde ausgewechselt werden kann, da ich in diesem Beet nicht vor habe mich an die drei - bis vierjähige Anbaupause zu halten. Ich hatte, als ich zu Besuch bei dem Landgarten war, Haselnussswildtriebe geschnitten. Die habe ich jetzt in das Beet gesteckt und am Zaun hinter der Bank befestigt. An ihnen sollen die Spargelbohnen und die Helmbohne "dolchos lablab" ab Mitte Mai wachsen.
Ich habe heute auch das erste Mal den Gartenschlauch aus dem Keller geholt: die Erde ist sehr trocken, der Rasen hat keine Chance zu keimen und die neugesetzten Stauden keine Möglichkeit anzuwachsen. Dabei soll der Garten doch so schnell wie möglich wieder grün statt erdig sein!
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