...nur bin das normalerweise ich. Ich schüttle die Samenstände des wilden Wiesenkerbels, damit er sich in meinem Garten ausbreitet, statt ihn zu jäten, ich wünsche den Schnecken in meinem Gemüsebeet "guten Appetit!" statt sie zu vernichten und ich freue mich über das viele fröhliche Unkraut in den Terrassenfugen.
Nun blühen in meinem Hinterhof wieder die Akelei in so vielfältigen Farben und Formen, dass ich sofort die Kamera zückte um ein paar Bilder zu machen.
Da entdeckte ich plötzlich, inmitten der Farbskala von rosa, flieder, blau und lila etwas knallrotes. Was war das? Staunend stand ich da: eine der Akelei hatte beschlossen, es mal anders zu machen.
"Nö, kein bock auf kitschige Mädchen- und Märchenfarben!" verkündet sie, "ich find das doof. Ich mach das anders, ich will leuchtend rot sein!"
So viel Eigensinn überzeugt mich natürlich, und so habe ich sie ermuntert, weiter ihren individuellen Weg zu gehen. Das war's dann mal wieder mit meinem Farbkonzept in dem Staudenbeet, aber ich akzeptiere Minderheiten und Individualisten. Tu' ich wirklich, auch in meinem Garten.